Beate Uhse orientiert sich strategisch neu und setzt stärker auf Frauen und Paare. Mit dem Verkauf von Dessous und Bettwäsche sollen die Umsatzeinbußen im Filmgeschäft kompensiert werden.

Das traditionsreiche Sex-Unternehmen Beate Uhse wandelt sich zu einem Lifestyle-Anbieter für Frauen und Paare. Schon mehr als die Hälfte der Kunden des Versandhandels seien Frauen, teilte Beate Uhse in Flensburg mit.

"Mit Sex-DVDs ist dagegen kaum noch Geld zu verdienen", sagte Vorstandschef Serge van der Hooft in Hamburg. Durch Gratis-Angebote im Internet sei ein enormer Preisdruck und Verdrängungswettbewerb entstanden.

"Der offene Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft einerseits und der Preisdruck im DVD-Geschäft andererseits zwingen zum Umdenken", sagte van der Hooft. So verlege sich Beate Uhse schon seit einigen Jahren zunehmend auf Dessous und Sex-Spielzeuge.

Bettwäsche mit einer Brise Erotik

 
Sehr erfolgreich sei ein Experiment mit einem neuen Produktbereich "Living" verlaufen. Beate Uhse bietet darin Wohnaccessoires wie zum Beispiel Bettwäsche, Handtücher und Bademäntel an, jeweils mit einem "erotischen Touch". Bei einem Herbstkatalog hätten diese Produkte auf Anhieb den Dessous-Umsatz überflügelt.

Um die klassischen männlichen Kunden nicht zu verlieren, unterscheidet Beate Uhse künftig zwischen den Vertriebslinien "hard" und "soft". "So verbreitern wir unsere Kundenbasis, erhöhen unser Absatzpotenzial und vergrößern unsere Marktanteile", sagte Vertriebschef Jan Boddaert.

Im Einzelhandel setze Beate Uhse daher zunehmend auf gepflegte Premiumshops in guten Einzelhandels-Lagen; für die männliche Kundschaft gibt es "Fun-Center" in Gewerbegebieten mit guter Verkehrsanbindung.

Einbruch im Filmgeschäft

Der Umsatz des Erotik-Konzerns reduzierte sich im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 231 Millionen Euro, vor allem wegen der rückläufigen Erlöse aus DVD-Verkäufen. Der Jahresüberschuss ging dagegen nur um drei Prozent auf 2,2 Millionen Euro zurück. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwirtschaftete Beate Uhse 2,8 Millionen Euro, verglichen mit 3,1 Millionen im Jahr zuvor.

Für das laufende Jahr erwartet van der Hooft einen Gewinn von 3,0 bis 3,5 Millionen Euro und moderates Wachstum. Eine Dividende für die Aktionäre gibt es nicht.