Der Insolvenzverwalter will sich Geld von der Familie Schlecker zurückholen - und fechtet Vermögensübertragungen an, die in die Insolvenzmasse gehören könnten. Es geht um Millionen.

Vor gut einem Jahr, als Anton Schlecker Insolvenz anmeldete, hatte seine Tochter Meike Schlecker gesagt, es sein kein Geld mehr da. Nun wird die Familie Schlecker nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" doch noch rund zehn Millionen Euro an die Insolvenzverwaltung der Ex-Drogeriemarktkette zahlen.

Das Fachblatt berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Familie Schlecker hätten sich im Rahmen von Vermögensanfechtungen bereits mündlich auf diese Summe geeinigt.

Den "Stuttgarter Nachrichten" sagte Geiwitz jedoch: "Wir haben uns noch nicht geeinigt." Es gebe noch "keinen juristisch verwertbaren Vertrag". Dies bestätigt ein Sprecher von Geiwitz auch auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Keine große Hoffnung für Gläubiger

Der Insolvenzverwalter sagte dem Blatt weiter: "Ich bin auf dem Weg, meine Ansprüche so durchzusetzen, wie ich mir das vorgestellt habe." Große Quotenzahlungen für die Gläubiger seien dennoch nicht zu erwarten, so Geiwitz weiter. Trotzdem wäre die Einigung ein weiterer großer Meilenstein im Fall Schlecker.

Den Gläubigerforderungen von mehr als einer Milliarde Euro wird die bei der Einigung zu holende Summe wohl nicht annähernd entsprechen können. Geiwitz hatte bereits im vergangenen Jahr sogenannte drohende Masseunzulänglichkeit bei Gericht angezeigt.

Der eingetragene Kaufmann haftet

Nach monatelanger Prüfung hatte Geiwitz im Januar bekanntgegeben, dass er Vermögensübertragungen von Anton Schlecker an seine Familienangehörigen anfechten wolle. Er hatte sich optimistisch gezeigt, noch im Januar einen Vergleich mit der Familie erzielen zu können.

Firmengründer Anton Schlecker haftet im Insolvenzverfahren auch mit seinem gesamten Privatvermögen. Denn er hatte die pleitegegangene Kette als "eingetragener Kaufmann" geführt. Insolvenzverwalter Geiwitz hat die Pflicht, alles zurückzuholen, was Teil der Insolvenzmasse sein könnte - auch mögliche unrechtmäßige Schenkungen an die Familie.

Die Schlecker-Pleite hatte letztendlich rund 25.000 Menschen in Deutschland um ihren Job gebracht. Weiterhin sind viele von ihnen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.