Karstadt spart seit geraumer Zeit immens an seinen Betriebskosten. Das zahlt sich nun aus - und soll beim Umsatz 2016 zu spüren sein.

Bei Karstadt laufen die Geschäfte besser als erwartet. Der Warenhauskonzern habe seine Erwartungen für das restliche Geschäftsjahr nach oben korrigiert, berichtete Karstadt-Vertriebschef Thomas Wanke in einer Mitarbeiter-Information, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Wir rechnen mit einem zweistelligen Millionenbetrag zusätzlich zu dem normalen Umsatz."

Grund sei der erfolgreiche Start der Jubiläumsaktion zum 135. Karstadt-Geburtstag. Allein in den ersten 14 Tagen der Aktion habe man fast zehn Prozent über den eigenen Planungen gelegen. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über die Entwicklung berichtet.

Karstadt habe eine echte Chance, "die Kunden zurück zu gewinnen, die wir in den Jahren bis 2014 verloren hatten", betonte der Vertriebschef.

"Fokus" zu 99 Prozent umgesetzt

Wanke berichtete außerdem, dass das Sanierungsprogramm "Fokus" inzwischen zu 99 Prozent umgesetzt sei. Neben wenigen Personalfragen stehe in einigen Filialen die Modernisierung der Kassensysteme noch aus. "Wir haben in den Filialen, die wir sowieso dieses Jahr stark modernisieren, die neuen Kassensysteme noch nicht installiert, weil wir ja anders als früher jetzt aufs Geld schauen", erklärte Wanke weiter. Das passiere aber im Zuge der laufenden Modernisierungen bis Ende des Jahres.

Mit dem Effizienzprogramm "Fokus" will Karstadt die Erträge steigern, Personal- sowie Sachkosten senken und letzlich die Filialen rentabler machen.

Und der Chef denkt über Neueröffnungen nach

Mittlerweile scheinen sich diese Maßnahmen auszahlen. Karstadt-Geschäftsführer Stephan Fanderl hatte zuletzt sogar über Neueröffnungen von Filialen gesprochen. "Jetzt ist die Zeit zu Ende, in der wir über Schließungen nachdenken mussten. Wir suchen Wachstum, wollen auch mal wieder eine Filiale eröffnen", sagte er, ohne zu verraten, wo das sein könnte.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Karstadt bleiben allerdings  ergebnislos. Das Unternehmen hatte im Mai 2013 die Tarifbindung verlassen, Verdi kämpft für eine Rückkehr. Die Gewerkschaft will auch die von Karstadt in Aussicht gestellte Beschäftigungs- und Standortsicherung konkretisiert wissen.