Verkaufsrekorde zu Jahresbeginn und die Neuauflage des Spaßroadsters SLK heizen die Jubiläumslaune bei Mercedes-Benz zusätzlich an.

Mercedes-Benz feiert und feiert. Seit der großen Party, Ende Januar, im firmeneigenen Museum in Stuttgart lassen die Schwaben keine Gelegenheit aus, um sich 125 Jahre nach der zündenden Idee von Gottlieb Daimler und Karl Benz als "Erfinder des Automobils" ins rechte Licht zu setzen.

Ehrgeizige Ziele für 2011

Rekordabsätze im Januar und ein sattes Zulassungsplus im Februar sorgen zudem für prächtige Stimmung in der Untertürkheimer Konzernzentrale und beflügeln pünktlich zum Jubiläum die Euphorie: "Unser Ziel ist es, das beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte zu erreichen", gibt Vertriebs- und Marketingchef Joachim Schmidt die Losung aus.

Dazu rollen die Süddeutschen gleich eine ganze Flotte neuer Fahrzeuge in die Showrooms der Händler. Am 26. März machen die überarbeitete C-Klasse (eine ausführliche Vorstellung des verkaufsstärksten Mercedes-Modells lesen Sie in der April-Ausgabe von Der Handel, die am 6. April erscheint) und die dritte Generation des Roadsters SLK den Anfang. Ende Juni folgt das Coupé auf Basis der C-Klasse und in der zweiten Jahreshälfte erleben auch noch die volumenträchtigen Modelle der B- und M-Klasse ihre Erneuerung.

Beeindruckende Verwindungssteifigkeit

Ziel aller Bemühungen sei es, "die Wertigkeit der Produkte" spürbar zu erhöhen und den Verbrauch zu senken", unterstreicht Joachim Schmidt. Das ist beim neuen SLK gelungen, wie die erste Ausfahrt mit dem offenen Zweisitzer eindrucksvoll belegt. Innen wie außen wirkt das bei Dienstwagenfahrern als Zweitfahrzeug für Frau und Feierabend beliebte Spaßauto wie aus einem Guss. Beeindruckend ist die Verwindungssteifigkeit des Cabrios. Selbst auf Straßen die diesen Namen aufgrund ihrer hohen Schlaglochdichte längst nicht mehr verdienen, klappert und knarzt nichts.

Bei der Premiere des flotten Flitzers 1996 war noch das kompakte Klappdach die Attraktion. Die zweite Auflage überraschte 2004 mit dem ersten "Nackenföhn",  der die Frischluftfanatiker auch bei winterlichen Temperaturen zur Oben-ohne-Fahrt animiert. Jetzt haben die Ingenieure noch einmal Hand ans Dach gelegt.

Glasdach wechselt die Farbe

Das gibt es nun gleich in drei Varianten: In der Basisausführung als lackiertes Bleckverdeck, als Option in getöntem Glas, oder als "Weltneuheit", als variabler Sonnenschutz. Auf Knopfdruck färbt sich das Glas in ein dunkles Blau und hält die UV-Strahlen wirkungsvoll ab. "Magic Sky Control" haben die Marketingstrategen den Clou getauft - und rufen dafür  2.368 Euro Aufpreis auf.

Ansonsten bietet der SLK, Jahrgang 2011, getreu der Managementvorgabe, tatsächlich noch mehr Wohlfühlambiente im Innenraum mit einer neu gestalteten Armaturentafel und auch die aus S- und E-Klasse bekannte Heerschar an elektronischen Assistenten hält nun Einzug in die Liste der Sonderausstattungen.

Start/Stopp-System serienmäßig

Um die Vorgaben der Europäischen Union an die CO-2-Emission zu erreichen, muss Mercedes-Benz mächtig Gas geben. Schließlich fahren die Stuttgarter im Verbrauchsranking der Hersteller noch hinterher. So werden nun auch alle SLK-Versionen serienmäßig mit Start/Stopp-System ausgestattet, um den Normverbrauch zu senken.

Zum Verkaufsstart stehen drei Antriebsversionen zur Wahl: Der SLK 200 mit 135 kW/204 PS (Preise ab 38.675 Euro) und einem Mixverbrauch von 6,1 Liter, der SLK 250 (150 kW/204 PS; 6,2 Liter; 44.256 Euro) sowie der Sechszylinder im SLK 350 (225 kW/306 PS; 7,1 Liter; 52.300 Euro).  Auch dank der überarbeiteten Sieben-Gang-Automatik (Serie im Sechszylinder) seien die Verbrauchswerte gegenüber den Vorgängermodellen um "bis zu 25 Prozent" gesunken.

Diesel kommt Ende des Jahres

Noch sparsamer und damit auch in den Firmenfuhrparks noch besser vermittelbar, wird die ab Ende des Jahres erstmals überhaupt im Roadster angebotene Diesel-Version. Nach dem Tabubruch im Luxussegment treibt der 150 kW/204 PS starke Vierzylinder 250 CDI dann nicht nur die S-Klasse sondern auch das Sportmodell der Schwaben an.

Bernd Nusser