Erfolgreiche Nische: Der Onlineschreiner bietet günstige Maßanfertigungen, der Kunde misst aus, gibt die Daten in das Planungsprogramm ein und baut den Schrank nach Lieferung selbst auf.

Friedhelm Großekathöfer übernahm 1999 die Schumacher GmbH, die für die Industrie Polstermöbel-Untergestelle produzierte - weil sein Chef in den Ruhestand ging. Doch der Betrieb in Leimbach in der Eifel arbeitete überwiegend für einen einzigen Großkunden, dessen Auftragsvolumen zurückging.

Also kam der Schreiner auf die Idee, maßgefertigte Möbel an eine möglichst große Zielgruppe zu verkaufen. 2006 wagte Großekathöfer den Schritt in den Onlinevertrieb und gründete das Portal schrankplaner.de.
 

50 bis 70 Prozent günstiger

"Ich hatte zuvor einige Schränke für den eigenen Haushalt und für Freunde komplett per Computer ge­plant und damals auch Programme für unsere Bohrmaschinen erstellt", berichtet Großekathöfer. "In einer ruhigen Minute kam die Idee, daraus ein Produkt zu entwickeln." Die Online­kunden können sich Planungssoftware herunterladen und die Schränke und Regale online bestellen.

"Unsere Preise sind zwischen 50 und 70 Prozent günstiger als die Angebote herkömmlicher Schreiner. Der Grund dafür ist unsere industrielle Einzelanfertigung und die Tatsache, dass bei uns der Kunde selbst mitarbeitet", berichtet der Onlinehandwerker. "Er misst aus, gibt die Daten in das Planungsprogramm ein und baut den vorproduzierten Schrank nach Lieferung auch selbst auf."

Heute bearbeiten die Leimbacher durchschnittlich 250 Aufträge im Monat und beliefern seit 2008 unter kastplanner.nl auch Kunden in den Niederlanden.

Sybille Wilhelm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 1 / 2011 von Online Handel. Ein kostenfreies Probeexemplar erhalten Sie hier.