Die Hoffnungen von Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes erfüllen sich nicht: Unternehmensgründer Otto Beisheim verkauft einen Teil seiner Metro-Aktien. Ohne Beteiligung bleibt er aber nicht.

Die Otto-Beisheim-Gruppe trennt sich von bis zu 5,2 Prozent ihrer Metro-Aktien. Wie die Gesellschaft des Metro-Gründer Otto Beisheim (85) am Dienstagabend in Baar in der Schweiz mitteilte, werden die Papiere in einer Privatplatzierung nationalen und internationalen institutionellen Investoren angeboten.

Im Rahmen eines Kurssicherungsgeschäftes habe die Gesellschaft die Möglichkeit, weitere 3,1 Prozent der Aktien zu verkaufen. Der Metro-Gründer hielt zuvor 18,5 Prozent an dem Handelsriesen. Vor einigen Wochen war sich Metro-Chef Eckhard Cordes noch sicher, dass Beisheim überhaupt keine Anteile abstoßen werde.

Zehn Prozent Beteiligung bleiben

"Die Otto-Beisheim-Gruppe betrachtet eine Beteiligung in Höhe von rund zehn Prozent an der Metro AG als strategisch sinnvoll und ausreichend", hieß es weiter. Auch nach der Aktienplatzierung werde Otto Beisheim als Gründungsgesellschafter weiterhin engagierter Hauptaktionär der Metro AG bleiben.

Otto Beisheim und die Familienunternehmen Haniel und Schmidt-Ruthenbeck gehen seit dem 1. Oktober beim größten deutschen Handelsriesen getrennte Wege. Beisheim hatte im September den seit Jahren bestehenden Poolvertrag mit den beiden anderen Gesellschafterstämmen gekündigt. In der Poolvereinbarung hatten sich Beisheim, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck unter anderem über die Ausübung von Stimmrechten bei der Metro verständigt.

Aus dem Lot geraten

Zwischen den drei Hauptaktionären war es vor zwei Jahren zum Bruch gekommen, als Haniel seine Anteile an Metro auf 34 Prozent aufgestockt hatte. Gemeinsam mit der befreundeten Unternehmerfamilie Schmidt-Ruthenbeck hält Haniel seitdem über 50 Prozent der Metro-Anteile. Damit war die gleichgewichtige Machtverteilung zwischen den drei Aktionärsgruppen aus dem Lot geraten.

Haniel hatte bei Metro praktisch das Ruder übernommen. Wenig später rückte der Vorstandschef der Duisburger Haniel-Gruppe, Cordes, auch in den Chefsessel des Metro-Konzerns. Cordes gibt den Chefposten bei Haniel auf, um sich stärker um die Metro-Gruppe zu kümmern.