Signa übernimmt von Investor Berggruen die Mehrheiten an den Bereichen Karstadt Premium und Karstadt Sports. Die Österreicher kommen nicht mit leeren Händen - und machen den Mitarbeitern Hoffnung.

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen trennt sich von der Mehrheit an den Sporthäusern und der Premium-Group des Warenhauskonzerns. Wie eine Berggruen-Sprecherin am Montag berichtete, sollen 75,1 Prozent daran von dem österreichischen Karstadt-Vermieter Signa übernommen werden.

Im Gegenzug werde Signa 300 Millionen Euro in die Modernisierung von Karstadt investieren, diese Zahl wurde auch von den Österreichern bestätigt. Ein Kaufpreis werde nicht gezahlt. Die Berggruen Holdings behält laut Signa jeweils 24,9 Prozent beider Geschäftsbereiche und 100 Prozent des Kerngeschäfts mit 83 Warenhäusern.

Das Geschäft mit den verbleibenden 83 Karstadt-Häusern solle komplett bei Berggruen verbleiben, hieß es. Die zuständigen Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen, betonte Signa laut Mitteilung.

Mit 300 Millionen Euro Karstadt langfristig absichern

Die österreichische Signa-Gruppe, geführt von René Benko, wolle mit den 300 Millionen Euro die Karstadt-Gruppe stärken, um die Strategie "Karstadt 2015" vorantreiben zu können. Das Investment diene einerseits dazu, um die einzelnen Standorte zu modernisieren, andererseits, um Karstadt langfristig abzusichern.

"Mit der Übernahme der operativen Bereiche der Karstadt Premium-Group und von Karstadt Sports gehört Signa damit zu den führenden Unternehmen für innerstädtischen Einzelhandel in Toplocations in Deutschland", betonte Geschäftsführer Christoph Stadlhuber. "Als größter Vermieter von Karstadt ist dieser Schritt für uns eine strategische Investition in das Unternehmen. Wir glauben an die Zukunft der Innenstädte mit starken und modernen Warenhäusern, wir glauben an den Wirtschaftsmotor sowie den Einzelhandel in Deutschland, aber vor allem glauben wir an Karstadt und seine 20.000 Mitarbeiter."

Signa und Karstadt - eine Beziehung seit 2012

Im Dezember 2012 hatte Signa die Immobilien des Berliner KaDeWe sowie 16 weiterer Karstadt-Häuser erworben. Angeblich hatten die Österreicher dafür 1,1 Milliarden Euro bezahlt, 500 Millionen Euro allein für das Premiumkaufhaus KaDeWe. Verkäufer war das Immobilienkonsortium Hightstreet. Die Österreicher haben in den zurückliegenden zwei Jahren für mehr als 1,5 Milliarden Euro ein Einzelhandelsportfolio in Deutschland erworben, bestehend aus 20 Warenhäusern in besten Innenstadtlagen, teilt das Unternehmen mit. Alle Objekte seien langfristig an Karstadt vermietet.

Die Signa-Unternehmensgruppe hat nach eigenen Angaben ein Immobilienvermögen von über fünf Milliarden Euro und zählt sich damit zu einer der führenden und erfolgreichsten Immobiliengesellschaften in Europa gewachsen.