Meinungen zum Thema Karstadt: Hubertus von ­Lobenstein ist Werbe- und Marketingexperte - früher als Geschäftsführer der Werbeagentur TBWA, heute mit einer eigenen Agentur.

"Berggruen muss zügig Markensignale setzen. Es gilt, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass große Veränderungen anstehen. Berggruen könnte beispielsweise mit einem offenen Brief in der Bild-Zeitung den Deutschen erklären, dass er sich fest vorgenommen hat, aus Karstadt etwas Neues und Besseres zu machen. Dieses Versprechen muss er untermauern, indem er Filialen vorstellt, in denen seine neuen Ideen erlebbar sind, die symbolisch für die Erneuerung des gesamten Unternehmens stehen. Die Öffentlichkeit wird nicht erwarten, dass Karstadt sofort komplett erneuert wird. Aber sie will zunächst das Gefühl bekommen, dass sich jemand diese Erneuerung glaubhaft vorgenommen hat. Ich halte auch viel von einer Kundenbefragung. So etwas sorgt für Vertrauen. Starbucks zum Beispiel entwickelt neue Produkte ­immer mit den Kunden zusammen."

Wir haben insgesamt sechs Handelsexperten gefragt, was Karstadt jetzt tun muss, um die eigene Zukunft zu sichern. Hier sind die weiteren Meinungen zum Thema:

Konzept Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institutes: "Karstadt braucht eine radikale Veränderung"

Einkauf Professor Dr. Jochen Strähle, Professor für Handel und Dienstleistungsmanagement und Ex-Arcandor-Manager: "Karstadt braucht vereinfachte Einkaufsstrukturen"

Personal Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Unternehmensberatung München: "Karstadt braucht mehr lokales Engagement"

Standorte
Jörg Funder, Professor für Unternehmensführung im Handel und ehemaliger Arcandor-Manager: "Karstadt-Filialen haben nur in größeren Städten eine Chance"

Sortimente Rainer Bartle Fachmann für Warenhäuser bei der Münchner BBE Unternehmensberatung: "Das neue Karstadt-Konzept muss sexy sein"

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.