Es geht hin und her, man redet von "grundsätzlicher Einigung" - aber es bleiben weiterhin Fragen offen. Nun stellt Karstadt-Investor Berggruen eine Forderung an den Vermieter Highstreet.

Investor Nicolas Berggruen macht Druck im Ringen um Karstadt. In einem Schreiben an Karstadt-Hauptvermieter Highstreet forderte Berggruen am Freitag bis zum 6. Juli, 24 Uhr (Dienstag), eine Einladung zu einem Gläubigertreffen. Das sagte ein Berggruen-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Nur wenn diese Einladung erfolge, sei Berggruen bereit, die im Kaufvertrag für Karstadt vereinbarte Frist, die eine Einigung mit Highstreet bis zum 15. Juli vorsieht, bis zum 30. Juli zu verlängern.

21-Tages-Frist

Berggruen verhandelt seit mehr als drei Wochen mit dem Karstadt-Vermieter, ohne dass bislang eine Einigung erfolgte. Der Karstadt-Investor fordert von dem Immobilienfonds, dem 86 der 120 Karstadt- Warenhäuser gehören, deutliche Mietsenkungen und Änderungen in den Mietverträgen. Bei den Gesprächen sei eine "grundsätzliche Einigung" bereits erzielt worden, sagte ein Berggruen-Sprecher.

Für eine abschließende Einigung sei jedoch die Zustimmung aller Highstreet-Gläubiger notwendig. Eine entsprechende Sitzung müsse jedoch formal mit einer Frist von 21 Tagen einberufen werden. Eine Einladung zu einer derartigen Sitzung sei bislang aber noch nicht erfolgt. Ein Highstreet-Sprecher wollte zu dem Schreiben zunächst keine Stellung nehmen.

Görg stimmt Frist zu

Der Milliardär Berggruen hatte den Kaufvertrag für Karstadt Anfang Juni unterschrieben, ohne vorher eine Einigung mit Highstreet über die von ihm geforderten Mietsenkungen erzielt zu haben. Die Einigung ist jedoch notwendig, damit der Kaufvertrag rechtskräftig wird.

Einer möglichen Verlängerung der mit Berggruen in dem Kaufvertrag vereinbarten Frist müsste auch der Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zustimmen. Görg-Sprecher Thomas Schulz signalisierte am Freitag die Bereitschaft des Insolvenzverwalters für einen derartigen Schritt. Daran werde es nicht scheitern.

Unklar ist derzeit noch, ob das Essener Amtsgericht wie geplant am 16. Juli abschließend über den Karstadt-Insolvenzplan entscheiden kann. Möglicherweise reiche für die Entscheidung des Gerichts auch eine grundsätzliche Einigung zwischen Berggruen und Highstreet aus, hieß es aus Verhandlungskreisen. Dazu müsse die formale Zustimmung sämtlicher Highstreet-Gläubiger nicht unbedingt vorliegen.

"Interne Probleme"

Am Freitag vergangener Woche hatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gesagt, der Streit über Mietfragen sei nahezu geklärt.

Jetzt gelte es, "technische Probleme bei Highstreet" zu lösen, die die Ministerin auf die komplizierte Konstruktion des Vermieterkonsortiums zurückführte. "Deswegen sollten diese Probleme auch intern gelöst werden."

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