Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will "wenn nötig" mehr Geld in den Umbau des Warenhausbetreibers investieren. Einer Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Kaufhof erteilt er eine Absage.

Berggruens Anliegen sei, Karstadt Zeit und Ruhe zu geben, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er wolle dem Unternehmen treu bleiben, heißt es im Interview.

Mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zeigt sich Berggruen zufrieden. Man liege voll im Plan. Er sei überzeugt, dass es bis zum Ablauf des - vergleichsweise niedrige Löhne garantierenden - Sanierungstarifvertrags im nächsten Jahr gelingen werde, Karstadt deutlich profitabler zu machen.

Wenn nötig sei er bereit, mehr Geld in den Umbau des Unternehmens zu investieren, als die bereits angekündigten 75 Millionen Euro. "Wenn mehr benötigt wird und sinnvoll ist, wird auch mehr fließen", sagte Berggruen im Interview - und entgegnete somit die Kritik der Gewerkschaft Verdi, die ein höheres Investitionsvolumen fordert.

Wie schon in seinem 2010 vorgelegten Konzept geplant sollten jetzt die drei Säulen des Konzerns - die Luxushäuser, Sporthäuser und die sonstigen Warenhausfilialen - in drei getrennten Einheiten separat aufgestellt werden. Ziel sei es, dass sich die Einheiten unabhängig voneinander entfalten könnten.

Kein Interesse an Kooperation mit Kaufhof

Ein Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Kaufhof hat Berggruen nach eigenen Worten nicht: Erst einmal müsse Karstadt in Ordnung gebracht werden.

Andrew Jennings, der seit Januar amtierende neue Unternehmens-Chef, erarbeite derzeit einen Zukunftsplan, der spätestens in zwei Monaten in die Umsetzung gehe.

Berggruen hatte die Warenhauskette im Oktober übernommen. Das Unternehmen mit 120 Waren- und Sporthäusern hatte im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen.

dpa, DH