Der Karstadt-Eigentümer Signa und die Feinkostkette Eataly wollen per Joint Venture im deutschsprachigen Raum feine Lebensmittelhäuser eröffnen. Solche Ableger sind auch für Karstadt-Filialen angedacht.

Der neue Karstadt-Eigentümer Signa will in Deutschland auch in den Feinkost- und Gastronomiebereich expandieren. Signa kündigte nun ein Joint Venture mit der italienischen Feinkostkette Eataly an.

Der erste gemeinsam geplante Eataly-Standort in Deutschland soll bereits zum Jahresende in München seine Tore öffnen. In der Schrannenhalle am Viktualienmarkt sollen auf 4.600 Quadratmetern neben einem umfangreichen Feinkostangebot auch Restaurants, Schulungsräume und eine Produktion italienischer Lebensmittel unter einem Dach vereint werden.

Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert aus einem Konzeptpapier, in dem von 2.000 Produkten, einer Süßwarenabteilung mit 1.500 Artikeln sowie einem Weinkeller mit 1.200 verschiedenen italienischen Weinen und mehr als 100 Spirituosen die Rede ist. Ergänzt werden solle das Angebot von Fleisch-, Wurst- und Käsewaren sowie von Spezialitäten, die in Deutschland bislang nur selten zu finden sind.

Fünf weitere Standorte bis 2021

Die Schrannenhalle soll nur der Auftakt sein. "Unser Joint Venture sieht einen Businessplan mit weiterer Expansion an mindestens fünf Standorten bis 2021 vor", sagt Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Es geht dabei um Standorte in Deutschland, der deutschsprachigen Schweiz sowie Österreich. Außerdem soll geprüft werden, ob einzelne Elemente des Eataly-Konzepts auch in die Karstadt-Warenhäuser integriert werden können, das gelte auch für kleinere Flächen.

Bei der neuen Partnerschaft soll von Eataly Ware, Vermarktungskonzept und fachspezifisches Training kommen. Signa ist für die gastronomische Systemkompetenz sowie die Immobilien zuständig.

Das erste Eataly-Geschäft war 2007 in Turin eröffnet worden. Heute verfügt die Kette weltweit über 26 Standorte - unter anderem in den USA, Brasilien, Dubai, Japan und der Türkei. Der Vollzug des Joint Ventures steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden.