Machen wir uns nichts vor.Der Amazon-Algorithmus ist eine Geheimwissenschaft. Dennoch lässt sich das SEO bei Amazon recht leicht beherrschen, wenn man sich eine Reihe von Standards zunutze macht. Noch wichtiger: Die entscheidenden Prinzipien, die Händler immer noch viel zu selten nutzen, sind schnell erklärt und verstanden. Der Rest ist dann Detailarbeit, um bei den Suchergebnissen weit vorne zu landen.

 

Für Amazon geht es immer um Relevanz. Relevanz für den Kunden und Relevanz für die eigene Kasse. Die entscheidende Größe ist also für Amazon: Was gut verkauft, das bekommt auch einen guten Platz.

Die richtige Kategorie. Packen Sie die Produkte in die Kategorie, die der Suchintention der Kunden entspricht. Dann sagt die Amazon-Suche: Okay, relevant.

Legen Sie passende Keywords (bis zu 7) fest und packen sie Keywords zum Produkt (Marke, Farbe, Größe undsoweiter) in den Produkttitel. Aber: Sparen Sie sich hier Ausflüge in die Kreativität, weil ein Parameter oder ein Keyword bei Google oder eBay so toll performt. Die wichtigsten Keywords gehören nach vorne. Hilfreich: Von Sistrix gibt es das „Amazon Keyword Tool“.  Für bis zu 25 Keyword-Recherchen pro Tag kann es gratis genutzt werden.

Geben Sie sich mit der Produktbeschreibung Mühe. Je mehr relevante Infos, desto besser. Bullet Points sorgen zudem für Übersicht. Auch hier rocken Keywords.

Nutzen Sie ähnliche Worte (Headset, Kopfhörer) und nutzen Sie das Textfeld für weitere Begriffe möglichst umfassend. (Bei Amazon gilt „Jeder nur ein Kreuz“ – pardon – Jedes Keyword wird nur einmal gewertet. Keyword-Spam lohnt also nicht. Nennen Sie zentrale Produktmerkmale zuerst. Denken Sie bei den Keywords auch in Verwendungssituation (Reisekoffer, Businesskoffer). Im Bereich „Attribute“ kann es da ganz hilfreich, sich von vorgegebenen Händlerinfos zu emanzipieren und eine kundennahe Beschreibung zu finden.   Gutz zu wissen: Die Amazon-Suchmaschine kennt keine Füllwörter, kein Singular und Plural, ist bei groß und kleinschreibung nicht wählerisch. Punkte, Komma, Anführungszeichen können Sie sich schenken. Ebenso die zuweilen so beliebte Eingabe von Stichworten mit Tippfehlern. Der Trick funktioniert nicht. Auch Worttrennungen (Head Set) haben keinen Sinn.

An die Bildvorgaben sollten sich Verkäufer sklavisch halten. Mindestens 1000x1000 Pixel braucht es, um das Zoom-Feature nutzen zu können. Das sollte man sich nicht sparen. Denn Produkte mit Zoom-Funktion konvertieren besser. Selbstverständlich achten Sie auf eine perfekte Bildgestaltung und nutzen mehrere Bilder. Passende Bild-Dateinamen sind auch kein Schaden.

Amazon achtet auf die Conversion Rate. Bremsen Sie ihre gute Platzierung nicht durch lange Lieferzeiten aus oder durch unzufriedene Kunden. Sehen Sie Produkte mit hoher Retourenquote als Warnzeichen. Stimmt etwas mit ihrer Beschreibung nicht? Oder ist das Produkt mies? Dann raus damit.

Natürlich nutzen Sie eine gute Software zur Übermittlung von Artikelstammdaten wie Preis, Gewicht, EAN,etc.

Ja, es geht immer auch um den besten Preis. Wer die Preise der Konkurrenz konstant  im Blick haben möchte und schnell reagieren will, sollte ein Repricing-Tool nutzen.

Kommen Sie mit einem Top-Ranking dann auch in die Buy-Box? Nein. Um im Kasten auf den Produktdetailseiten, über den Kunden den eigentlichen Einkauf durchführen, zu landen, sind vor allem diese Elemente nötig: Händler müssen je nach Kategorie drei bis sechs Monate Verkaufs- oder Bestellhistorie nachweisen. Ein Top-Preis ist ebenso nötig. Denn Amazon entscheidet anhand des Gesamtpreises (inklusive Versandkosten), wer es in die Bestlage schafft. Auch hier zählt wieder Verfügbarkeit und schneller Versand sowie die Rate an Bestellmängeln.

Kann man machen: Werbung kaufen für den Block "gesponserten Produkte", der bei der Suche nach einem Keyword erscheint. Die Anzeige, Amazon verkauft die Keywords per Auktion,  werden inzwischen auch prominent weit oben bei den Suchergebnissen angezeigt. Der Link führt dann auf das jeweilige Amazon-Angebot des Händlers. Bezahlt wird per Klick.


Mit der Anzeige kommt man im Ranking auch bis an die Spitze
Mit der Anzeige kommt man im Ranking auch bis an die Spitze


Cleverer Anreiz von Amazon:  jeder Verkauf über die „Gesponserten Produkte“, die den Google Adwords ähneln,  verbessert auch das organische Ranking des Produkts.



Die Anzeigen können sich lohnen, wenn man Me-Too-Produkte anbietet, neue Produkte bewirbt, das Lager leeren will oder keine Chance hat, in der Buy Box zu landen. Amazon Marketing Services (AMS) bietet zudem für Vendoren zusätzliche Optionen. Erfolgreiche Strategien zu den Gesponserten Produkten beschreibt übrigens Marketplace Analytics.

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