Laut dem Marktforscher Nielsen ist die Stimmung der deutschen Konsumenten derzeit so gut wie schon seit 2005 nicht mehr. Vor allem die positiven beruflichen Aussichten lassen das Vertrauen steigen.

Das Vertrauen der deutschen Verbraucher ist erneut gestiegen und hat einen Wert wie vor der Krise erreicht. Für diesen starken Schub sorgt vor allem die sprunghaft gestiegene Bewertung der Berufsaussichten.

Diese Angaben stammen aus einer internationalen Befragung des Marktforschers Nielsen, an der im September 2010 rund 30.000 Internetnutzer aus 54 Ländern teilnahmen.

Vertrauensindex steigt, Skepsis bei Finanzen

Während im zweiten Quartal 2010 knapp ein Drittel der deutschen Konsumenten die Berufsaussichten mit ausgezeichnet oder gut einstufte, sind es im dritten Quartal 2010 bereits 46 Prozent.

Dieser starke Anstieg trug maßgeblich dazu bei, dass der Vertrauensindex der Konsumenten in Deutschland nun die Marke 87 Punkte erreichte und damit nun deutlich über dem europäischen Durchschnitt (78 Punkte) liegt.

Doch nicht alles wird von den Konsumenten positiv bewertet: "Angesichts demnächst steigender Beiträge zum Gesundheitsfonds sowie weiterer Sparbeschlüsse der Bundesregierung rechnen die Verbraucher in Deutschland offenbar erst einmal nicht mit einer Verbesserung ihrer Finanzlage", sagt Petra Kacnik, Director Consumer Research bei Nielsen.

Die Bereitschaft für persönliche Anschaffungen ist sogar leicht gesunken (minus 2 Punkte), liegt aber immer noch auf höherem Niveau als zu Jahresbeginn.

Ausgaben: Kleidung, Freizeit und Altersvorsorge

Viele deutsche Verbraucher geben an, verfügbares Geld in Kleidung und Freizeitaktivitäten zu investieren. An dritter Stelle der Ausgaben folgt die Kategorie "Urlaub und Reisen". In die Altersvorsorge wollen immerhin 22 Prozent der Deutschen verfügbare Beträge investieren (EU-Schnitt: 10 Prozent).

Fast jeder fünfte Befragte in Deutschland gibt indessen an, über die Deckung der Lebenshaltungskosten hinaus kein Geld zur Verfügung zu haben.

War es vor drei Monaten noch die wirtschaftliche Lage, die den Deutschen die meisten Sorgen machte, hat sich dieses Bild nun geändert: Mittlerweile verursachen steigende Wohnnebenkosten die meisten Sorgen (30 Prozent der Nennungen), die wirtschaftliche Lage ist an zweite Stelle (22 Prozent) gerückt.