Drohnen für den Transport von Waren oder Medikamenten haben großes Potenzial. Viele Konsumenten fänden die Zustellung aus der Luft auch recht bequem, meldet Bitkom. 

Für die einen ist es Spinnerei, für die anderen eine bequeme Alternative: Die deutschen Konsumenten könnten sich an Logistik-Drohnen gewöhnen, hat der Digitalverband Bitkom in einer Umfrage ermittelt. Demnach würden sich 13 Prozent der Befragten auf jeden Fall Einzelhandels-Waren per unbemanntem Flugobjekt liefern lassen, und drei von zehn können sich das vorstellen. Insgesamt seien also 43 Prozent der Befragten offen für die individuelle Warenlieferung aus der Luft.

Noch stärker ist demnach das Interesse an der Lieferung eiliger Medikamente per Drohne. So würde jeder vierte Befragte (24 Prozent) auf jeden Fall Drohnen in Anspruch nehmen, um sich eilige Medikamente liefern zu lassen, 21 Prozent können sich das vorstellen. Insgesamt haben damit fast 45 Prozent Interesse an Arzneimittel-Drohnen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Logistiker wie DHL und Internetunternehmen wie Google, Amazon, Alibaba und Rakuten experimentieren seit geraumer Zeit mit Drohnen, um irgendwann einmal Waren an Kunden aus der Luft zustellen zu können. "Drohnen können die Lieferzeiten in der Logistik enorm verkürzen und damit den Service auf ein ganz neues Niveau heben", ist Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder überzeugt. "In Zukunft wird es üblich sein, dass wir beim Onlinekauf auch Drohnen als Lieferart auswählen können."

Darüber hinaus können Drohnen zum Beispiel eingesetzt werden, um öffentliche Großveranstaltungen abzusichern, um schwer zugängliches Gelände nach einem Erdbeben zu begutachten oder um in der Landwirtschaft Getreidefelder zu kontrollieren. Auch für den privaten Gebrauch sind Drohnen interessant: "Qualitativ hochwertige, einfach zu bedienende Drohnen sind schon heute zu günstigen Preisen erhältlich und daher auch hochattraktiv für Privatleute, die zum Beispiel ihr Hausdach kontrollieren oder ihr Grundstück für den Verkauf abfotografieren wollen."

Bei Nutzung informieren

Wer selbst eine Drohne steigen lassen möchte, sollte sich allerdings vorab gründlich informieren, ob und unter welchen Bedingungen er das darf. Generell gilt: Für die Nutzung von Drohnen zu Hobbyzwecken braucht man derzeit in aller Regel keinen Eignungsnachweis wie einen Führerschein. Je nach Gewicht der Drohne, Aufstiegshöhe, Flugort und Zweck der Nutzung kann jedoch eine Aufstiegsgenehmigung der Behörden nötig sein.

Auf dem eigenen Grundstück darf man in der Regel eine Drohne fliegen lassen, solange diese weniger als fünf Kilo wiegt und nicht höher als 30 Meter steigt und das Grundstück nicht in einer Flugverbotszone liegt. Auch auf Modellflugplätzen ist der Einsatz meist problemlos möglich. Im Umkreis von Flughäfen ist der Betrieb verboten oder zumindest streng reglementiert. Ein Flugverbot herrscht auch über Menschenansammlungen, Kraftwerken, militärischen Objekten und Krankenhäusern.

Zudem sollten sich Nutzer von Drohnen über die Versicherungslage informieren. In vielen Fällen reicht eine herkömmliche private Haftpflichtversicherung für den Drohnen-Betrieb nicht aus,  man muss also eine Zusatzversicherung abschließen. Bei Bildaufnahmen von Menschen müssen im Falle einer Veröffentlichung zudem die Persönlichkeitsrechte berücksichtigt werden. Für die gewerbliche Drohnen-Nutzung gelten Sonderregelungen. Amazon beispielsweise wartet seit 2013 auf die Genehmigung für Drohnentests. Der weltgrößte Onlinehändler hat inzwischen die amerikanische Bundesluftfahrtbehörde gebeten, das Prozedere zu beschleunigen.