Mit rund 700.000 Besuchern auf der CeBIT 2002 verzeichnet die Messe erstmals einen Rückgang um 17,6%. Nach Ansicht der Unternehmensberater von Mummert + Partner ist jedoch nicht nur die Branchenflaute verantwortlich für den Besucherschwund.

Mit rund 700.000 Besuchern auf der CeBIT 2002 verzeichnet die Messe erstmals einen Rückgang um 17,6%. Nach Ansicht der Unternehmensberater von Mummert + Parter ist jedoch nicht nur die Branchenflaute verantwortlich für den Besucherschwund. Die Messe werde immer unwichtiger, darin seien sich Besucher und PC-Händler einig.

26% der befragten Internet-Nutzer begründen ihr Fernbleiben von der CeBIT damit, dass sich der Zeitaufwand nicht mehr lohnt. Als weitere Gründe werden "zu viele Angebote auf zu wenig Platz" (10%) und "Unübersichtlichkeit" (9%) genannt. Viele Aussteller planen darüber hinaus an den Bedürfnissen der Messebesucher vorbei. Dies zeigen Umfrageergebnisse von Mummert + Partner und des IT-Dienstleisters inworks.

Der Besucher wird erschlagen von Neuheiten, die er nicht braucht - jetzt präsentiert er den Ausstellern die Rechnung und bleibt zu Hause, resümieren die Unternehmensberater. Zu oft kämen die Technik-Trends, die auf der CeBIT präsentiert werden, erst später oder nie in die Regale. Weniger als die Hälfte der Internet-Nutzer (45%) gaben in diesem Jahr an, zur CeBIT gehen zu wollen. Im Vorjahr hatte noch die Mehrheit den Messebesuch geplant.

Als Hauptproblem der CeBIT sehen die Unternehmensberater das Auseinanderdriften von Kundenwünschen und Messeschwerpunkten. Die Aussteller setzen auf Zukunftstechnologien. Aus ihrer Sicht waren UMTS und der mobile PC die Topthemen der diesjährigen Messe. Gemäß Umfrage sehen die Verbraucher das jedoch anders: Ihnen geht es um Themen, die im PC-Alltag schon heute wichtig sind. So wird die Sicherheit vor Viren und Datenverlust von mehr als zwei Dritteln (69%) genannt. An zweiter Stelle nennen Verbraucher (64%) das Internet - es müss schneller werden. Doch das Verbraucher-Thema "Highspeed Internet" finden die Aussteller wiederum nicht wichtig.

Laut Mummert + Partner ist die Stimmung bei den Händlern inzwischen ähnlich wie bei den Verbrauchern: Die großen Elektronikhäuser messen der CeBIT nicht mehr die Bedeutung der Vorjahre zu. Der Grund: Technische Neuheiten, die auf der Messe vorgestellt werden, sind für den Privatmann uninteressant, unbezahlbar. Einziger Hoffnungsträger für den Handel war der Mobilfunk. (ST)


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