Das Karstadt-Haus in Kaiserslautern steht ganz oben auf der Streichliste des Insolvenzverwalters. Nun will der Betriebsrat die Geschäfte selbst in die Hand nehmen.

Der Betriebsrat des Karstadt-Kaufhauses Kaiserslautern will das Geschäft nach der Schließung im Frühjahr privat weiterbetreiben. Entsprechende Pläne seien am Mittwoch den Mitarbeitern vorgestellt worden, sagte die Vize-Betriebsratschefin Annette Theisinger und bestätigte damit Informationen des Südwestrundfunks (SWR).

Danach ist unter anderem geplant, das Gebäude dem Besitzer - einer US-Immobiliengesellschaft - abzukaufen. Die Mitarbeiter sollen einen Beitrag leisten, indem sie auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten, zudem könnten sich Bürger mit Geldeinlagen an dem Projekt beteiligen. "Das ist ein Strohhalm, nach dem wir greifen", sagte Theisinger.

Ministerpräsident sprach von "Fehlentscheidung"

Die Filiale mit etwa 190 Mitarbeitern soll nach den Plänen von Karstadt Ende März geschlossen werden. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte die Maßnahme kürzlich als eine "unternehmerische Fehlentscheidung" bezeichnet, die unanständig sei. Das Kaufhaus schreibe schwarze Zahlen.

Theisinger sagte, die am Mittwoch präsentierten Pläne seien ein "Rohgerüst", das am Abend Betriebsräten anderer Firmen vorgestellt werden sollte. Mit ihnen wolle man ein Konzept ausarbeiten. Unterstützung komme unter anderem auch von Gewerkschaftsseite.

Anfang Januar solle es dann mit konkreten Plänen weitergehen. Sie sprach von einem "Funken Hoffnung". Die Belegschaft wolle die Filiale nicht verlassen. "Bei uns sind Menschen dabei, die schon die Eröffnung des Kaufhauses mitgemacht haben - das war vor 33 Jahren."


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