Der Sportfachhandel freut sich über den Winter. Dank der Kälte zu Beginn und zu Ende 2010 legte der Umsatz rund um Sportgeräte und Bekleidung für den Schnee um 20 Prozent zu. Kinderskihosen waren sogar ausverkauft.

Der deutsche Sportfachhandel erzielte nach einem Umsatzplus von 3,5 Prozent im Jahr 2009 im Jahr 2010 abermals ein Plus von 3,5 Prozent. Dabei stiegen die Einnahmen der deutschen Sportfachhändler von 7,3 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2010, meldet der Verband Deutscher Sportfachhandel (vds).

Parallel kletterten demnach die europäischen Umsätze im Sportfachhandel nach 2009 auch 2010 um 3 Prozent von 38,6 Milliarden Euro auf 39,75 Milliarden Euro.

"Damit setzt sich im deutschen und europäischen Sportfachhandel der Trend der vergangenen fünf Jahre fort, sich mit den Umsätzen und ihren jährlichen Steigerungsraten deutlich von den Umsätzen anderer Branchen abzukoppeln", heißt es in einer Pressemitteilung anlässlich der am Sonntag, dem 6. Februar 2011 beginnenden Sportmesse Ispo.

Gesundheit für Verbraucher immer wichtiger

Einer der wichtigsten Gründe für die Markterfolge des Sportfachhandels sei die Tatsache, dass Jahr für Jahr das Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher wächst. "Männer, Frauen und Kinder, ob jung oder alt, bei vielen gehört der regelmäßige Sport zum Tagesablauf.

Deshalb haben sie in den zurückliegenden Jahren trotz einer allgemeinen Rezession in Europa immer wieder in entsprechende Ausrüstungen investiert", heißt es. Sie nutzten damit Jahr für Jahr stärker die vielfältigen lokalen, nationalen und internationalen Freizeitangebote, von der Kreuzfahrt bis zum Rockerskiing.

Als Beispiel für den boomenden Sportmarkt in Europa führt der Verband den deutschen Markt an: Deshalb herrsche hierzulande der schärfste Wettbewerb in ganz Europa.

Traumhaftes Winter bescherte gute Umsätze

2010 habe mit einem traumhaften Winterwetter und mit den Olympischen Spielen in Vancouver begonnen. "Das setzte sich mit prächtigem Outdoorwetter fort und führte uns gemeinsam zu unserem größten Umsatzhöhepunkt im Teamsport, der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika", erläutert der Verband. Das Jahr habe wieder mit einem Bilderbuchwinter geendet, "von dem wir hoffen, dass er in den wichtigsten Skiregionen bis zu den späten Osterferien 2011 reichen wird."

Die Treiber des Umsatzwachstums in den deutschen Sportfachgeschäften waren demzufolge das Wintergeschäft, das nach einem Umsatzzuwachs von 10 Prozent im Jahr 2008 und einem Umsatzzuwachs von 20 Prozent 2009 jetzt wieder 20 Prozent zulegte. 

Alpenländer profitieren vom Wetter

Eine ähnliche Entwicklung erlebten die Umsätze in den klassischen Alpenländern in Europa, zu denen neben Österreich und der Schweiz auch Italien, Frankreich und Spanien gehören. "Interessant dabei ist festzuhalten, dass in diesen Ländern Europas zum ersten Mal in einer Wintersaison mehr Skischuhe als Ski verkauft wurden", heißt es. Das liege daran, dass in ganz Europa der Verbraucher, trotz des Trends zum Skileihen, auf keinen Fall auf die eigenen Skischuhe verzichten wolle. Hier mache der Sportfachhandel einen großen Teil seines Gewinns im Wintersportbereich.

Zu den guten Umsätzen trägt demnach aber auch das immer noch steigende Geschäft mit den Accessoires bei. Der Verbraucher decke sich beim Sportfachhandel von der Skiunterwäsche über Sportsocken, Handschuhe, Schals, Mützen bis hin zu Protektoren, Brillen und Helmen mit entsprechender Markenware ein. Bei Helmen blieb im vergangenen Jahr der Umsatz stabil, nachdem es im Vorjahr einen nie gekannten Run auf Helme gegeben hat. "In diesem Bereich ist die Rückkehr zu hochwertigen Markenprodukten und die damit verbundene Absage auf billig und immer billiger deutlich spürbar", meldet der Verband.

Kinderskihosen ausverkauft

Im Weihnachtsgeschäft seien zudem die Umsätze an Kinderskibekleidung in ganz Deutschland so stark gestiegen, dass es vor Weihnachten bereits keine Kinderskihosen mehr gab. Wegen der Lieferung dieser Teile aus Fernost konnte der Handel keine zusätzliche Sofortorder mehr platzieren.

Wegen des boomenden Winterwetters konnten demnach auch andere  Kundenwünsche nach bestimmten Modellen nicht sofort erfüllt werden. So seien bis heute noch Winterartikel wie Schlitten oder Langlaufski ausverkauft, weil die Industrie trotz Sonderschichten nicht nachkam, die Nachbestellungen zu erfüllen.

Wachstumstreiber Outdoor

Ein weiterer Wachstumstreiber im deutschen Sportfachhandel und im europäischen Markt ist dem Verband zufolge zudem das Outdoorgeschäft. Hier gab es in Deutschland im Jahr 2010 ebenfalls eine Umsatzsteigerung von rund 20 Prozent. Im Jahr 2008 war hier der Umsatz bereits um 14 Prozent und 2009 um 15 Prozent gestiegen.

"Dank der hervorragenden Umsätze im Rahmen der Fußball-WM und des guten Abschneidens der deutschen Nationalmannschaft konnte der deutsche Sportfachhandel seine Umsätze im Teamsportbereich ebenfalls um 25 Prozent steigern", heißt es in der Pressemitteilung. "Von dieser WM profitierten natürlich auch die Umsätze in vielen europäischen Ländern, in denen die Fußballbegeisterung seit jeher keine Grenzen kennt."

Der Umsatz von Runningschuhen stieg 2010 um 3 Prozent. Die Umsatzzahlen bei Fitness und Workout seien mit fünf Prozent Zuwachs so hoch wie im Vorjahr, und auch der Tennismarkt habe sich nach einer Umsatzsteigerung von 2 Prozent im Jahr 2009 auf dem Niveau des letzten Jahres halten können.