Drei Investoren sind in der engeren Auswahl, um die insolvente Drogeriekette Schlecker zu übernehmen. Bei der Konzerntochter IhrPlatz wird auch ein separater Verkauf geprüft.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz befindet sich derzeit mit drei möglichen Investoren in weiterführenden Gesprächen, sagte ein Sprecher. Einer der drei Interessenten sei der osteuropäische Finanzinvestor Penta Investments.

Zu den anderen beiden Interessenten, mit denen derzeit Gespräche geführt werden, wollte sich der Sprecher der Insolvenzverwaltung nicht äußern. "Alle drei Konzepte sind sehr unterschiedlich, es gibt noch keinen Favoriten", sagte er weiter.

Insgesamt seien derzeit sechs "ernsthafte" potenzielle Käufer im Rennen für Schlecker, der durch Filialschließungen und die Entlassung von rund 11.000 Mitarbeitern inzwischen erheblich verkleinert wurde.

Penta hatte zuvor erklärt, dass er ein Übernahmeangebot für den Schlecker-Konzern abgegeben hat.  "Die Situation ist ernst, und Schlecker ist auf eine schnelle Lösung angewiesen", drängte ein Penta-Sprecher in Prag auf rasche Verhandlungen.

Das unverbindliche Angebot von Penta beziehe sich auf den Gesamtkonzern. Geiwitz hatte angekündigt, bis Ende Mai zu einem Abschluss kommen zu wollen.

Separater Verkauf für IhrPlatz möglich

Für die Rettung der Schlecker-Tochter IhrPlatz wird weiterhin auch ein separater Verkauf der geprüft. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir alle Optionen prüfen", sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung der Nachrichtenagentur dpa.

Er reagierte damit auf einen Bericht der Zeitung "Financial Times Deutschland", wonach die Unternehmensberatung Roland Berger bereits ein Verkaufskonzept erarbeite. Die Beratungsfirma wollte das am Dienstag auf Anfrage nicht kommentieren.

Schlecker-Interessent Penta schloss nicht aus, eine Teilübernahme des Konzerns ohne IhrPlatz in Betracht zu ziehen. "Alle Wege sind offen", sagte Penta-Sprecher Martin Danko am Dienstag in Prag.

Paketlösung bevorzugt

Im März hatte Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Werner Schneider mitgeteilt, dass die Investorensuche für die Schlecker-Tochter in Osnabrück bereits angelaufen sei. "Wir machen hier ein attraktives Angebot und sind auf entsprechendes Interesse gestoßen", hatte Schneider gesagt.

Der Sprecher der Insolvenzverwaltung verwies am Dienstag darauf, dass die Insolvenzverwalter Schneider und Arndt Geiwitz in erster Linie an einer "Paketlösung" interessiert seien, ein getrennter Verkauf der Tochter aber nicht ausgeschlossen sei.