Ein bisschen haben die Bilanzzahlen der Otto Group ja immer etwas von der Marke Opel. Solide, zuverlässig, ein wenig vorwärtsgewandt, vielleicht auch etwas "Umparken im Kopf", allemal besser als ihr Ruf. Durchweg positiv also, wenn auch irgendwie nicht so richtig aufregend. Das gilt auch diesmal, angesichts eines kursbereinigten Wachstums um 3,3 Prozent auf 12 Milliarden Euro Umsatz und dann doch unter der Haube mit einem eindrucksvollem EBIT von 388 Millionen Euro. Im E-Commerce hat die Otto Group insgesamt 7,6 Prozent mehr umgesetzt, zeigt aber Schwächen bei einigen Einzelgesellschaften. 

Wie sieht es im E-Commerce aus?

Die 100 Onlineshops haben rund 400 Millionen Euro mehr erlöst und damit die 6-Milliarden-Euro-Umsatzmarke geknackt. Das entspricht einer Steigerung von rund 7,6 Prozent. Im deutschen Markt konnte ein Zuwachs von 7,2 Prozent oder knapp 270 Millionen auf rund 4 Milliarden Euro erzielt werden. Das Wachstum liegt damit auf Vorjahresniveau, aber klar hinter dem Marktwachstum.

Wie lief es in Deutschland?

Die Geschäfte der Otto Group liefen in Deutschland besonders gut, sie legten um 4,6 Prozent auf 7,062 Milliarden Euro zu. Im Segment Multichannel-Einzelhandel stiegen die Erlöse um 2,3 Prozent und damit deutlich besser als der gesamte Einzelhandel in Deutschland, der laut Destatis um 1,4 Prozent zunahm.

Wie steht es um die Einzelmarken?

Otto machte 142 Millionen Euro gut und wuchs damit, wie bereits gemeldet, um 6,7 Prozent auf 2,269 Milliarden Euro.

Bonprix steigerte sich um 5,4 Prozent oder 66 Millionen Euro auf 1,288 Milliarden Euro. (Vorjahr + 6,3 Prozent)

Die Witt-Gruppe wuchs um 7,5 Prozent auf 716 Millionen Euro, ein Plus von 50 Millionen Euro. (Vorjahr  + 3,4 Prozent)

Die Baur-Gruppe, im Vorjahr noch mit plus 8,1 Prozent unterwegs, vermeldet einen leichten Anstieg um 0,5 Prozent auf 669 Millionen Euro; das tatsächliche Wachstum war aber höher, weil die Umsätze des Onlinehändlers Mirapodo fehlen, der nun bei der Mytoys-Gruppe bilanziert wird.

Dafür macht nämlich die Mytoys-Gruppe inklusive Mirapodo einen Umsatz von 383 Millionen Euro, plus 35,4 Prozent.

Die Schwab-Gruppe registriert indes nun ein Minus von 4,4 Prozent auf 255 Millionen Euro. (Vorjahr + 9,2 Prozent). 

Die Heine Gruppe bleibt ein Sorgenkind. Nach einem Minus von 4,2 Prozent im Vorjahr musste man nun einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 483 Millionen Euro hinnehmen.

Sportscheck, schon im Vorjahr mit einem Minus von 2,9 Prozent gebeutelt, muss einen Rückgang von 5,1 Prozent auf 319 Millionen Euro bilanzieren.

Hohe zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnen überdies weitere Onlineanbieter der Otto Group wie Baumarkt direkt und Limango.

Insgesamt haben die starken Währungsschwankungen durch den im Vergleich zu den Währungen in Russland, den USA, Japan und Großbritannien starken Euro im internationalen Geschäft der Otto Group ein wenig die positive Bilanz vermiest. Ohne Kursbereinigung steigen die Erlöse nur um 1,8 Prozent.

Korrekturhinweis: In der ursprünglichen Meldung schrieben wir fälschlicherweise von 112 Milliarden Euro Umsatz. Richtig sind 12 Milliarden Euro. Bitte entschuldigen Sie den Fehler.