Arbeitnehmer sollen zinsgünstige Kredite bekommen, wenn sie ihr altes Auto gegen ein neues umwelfreundliches Fahrzeug ersetzen.

Einen entsprechenden Vorschlag soll die SPD-Spitze am Sonntag bei ihrer Klausurtagung beschließen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler, dem Tagesspiegel (Freitagausgabe).

Die Kredite sollen über die KfW-Bankengruppe vergeben werden. Der Vorschlag sei mit der Bank und mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) abgesprochen, sagte Stiegler.

„Gerade die Arbeitnehmer, die wenig verdienen, fahren oft die ältesten Autos”, sagte der SPD-Politiker. „Ihnen fehlt das Geld, sich ein neues, energiesparendes Fahzeug zu kaufen.” Hier soll das neue Programm Abhilfe schaffen.

Schwere Zeiten für den Handel

Das ist eine gute Nachricht für Autohändler, die schwere Zeiten durchmachen. Der Verkauf von Neuwagen geht drastisch zurück. Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) geht davon aus, dass sich der Markt auf drei Millionen Neuzulassungen jährlich einpendeln wird. Im Jahr 2006 wurden noch etwas über 3,5 Millionen neue Fahrzeuge zugelassen.

Für Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte von der Fachhochschule Gelsenkirchen, gibt es für diesen Rückgang nicht nur konjunkturelle, sondern vier strukturelle Gründe.

Sparweltmeister gesucht

Da ist die Überalterung der Gesellschaft. Ein „Sechzigjähriger fährt weniger Auto als ein Dreißigjähriger”, sagt er zu Der Handel. Zudem sind die Geburtenraten rückläufig, „und wenn die Deutschen weniger werden, brauchen sie auch weniger Autos”. Drittens dämpfen die hohen Spritpreise die Fahrlust.

Deswegen warten die Menschen viertens auf wirkliche „Sparweltmeister” von den Herstellern, also Autos mit drei Liter Verbrauch oder Elektromotoren. „Aber vor 2012 ist damit nicht zu rechnen”, sagt Dudenhöffer.