Ausnahmezustand in Salzburg: Die österreichische Aldi-Tochter Hofer bot zusammen mit dem Tankstellenbetreiber Free Energy billiges Benzin an - und löste einen Preiskrieg aus.

Die Kunden kamen mit Lastwagen und Traktoren mit gewaltigen Tanks. Sie standen stundenlang in der Schlange, die "Salzburger Nachrichten" schreiben von einer Tank-Rallye. Salzburg erlebte in dieser Woche einen atemberaubenden Preiskrieg um Benzin.

Ausgelöst hatte diese Rabattschlacht eine Kooperation der österreischischen Aldi-Tochter Hofer mit dem Tankstellenbetreiber Free Energy, der vom ehemaligen Autorennfahrer Markus Friesacher geführt wird. An dessen neu eröffneten Zapfsäulen vor Hofer-Märkten fielen ab Montag die Spritpreise auf 85 Cent für einen Liter Diesel. An diesen Tankstellen gibt es kein Personal, bezahlt wird nur mit Kreditkarte.

"Da verdient keiner etwas"

Die Filialen der Konzerne zogen mit - und unterboten sich gegenseitig: So bot eine Esso-Tankstelle den Liter Diesel am Dienstag zwischenzeitlich für 0,57 Cent an. "Da verdient keiner etwas, wir sind deutlich unter dem Einkaufspreis", sagte Friesacher den "Salzburger Nachrichten". Sein Ziel sei aber gewesen, die Multis herauszufordern. Und das habe er erreicht.

Und wie: Den Tiefpreisrekord schaffte eine Jet-Station, dort war Diesel am Dienstagmorgen vorübergehend für 0,51 Cent zu bekommen. Zum Vergleich: In der Stadt Linz verlangte Jet für einen Liter Diesel 1,065 Cent. Vor den Salzburger Tankstellen bildeten sich kilometerlange Staus, tausende Kunden kamen auch über die Staatsgrenze aus Bayern.

Kein Kommentar von Aldi

Am Dienstagnachmittag stabilisierte sich die Lage in Salzburg wieder. Der Richtwert für einen Liter Diesel lag bei 87 Cent - auch bei den Hofer-Zapfsäulen.

Ob Aldi diese Preisaktion nutzen wollte, um den Einstieg ins Tankstellengeschäft auf dem deutschen Markt zu testen, mochte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" nicht bestätigten.

Rechtlich hätte der Discounter aber gute Möglichkeiten, extrem billiges Benzin anzubieten. "Theoretisch kann Aldi den Einstandspreis unterbieten, weil das Unternehmen im Raffineriegeschäft keine marktbeherrschende Stellung einnimmt", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen der "Süddeutschen Zeitung".

In Deutschland gibt es derzeit rund 15.000 Tankstellen.