Die Öko-Branche ist bisher von der Wirtschaftskrise verschont geblieben. Die Zeiten des Wachstums sind aber vorbei.

Bio-Lebensmittel haben sich nach Einschätzung von Experten bisher als krisenfest erwiesen. "In der Krise wird trotzdem Qualität gekauft, auch wenn sie teurer ist", sagte die Bundeschefin der Vereinigung ökologischer Landbau, Kornelie Blumenschein, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Viele Menschen schauten heute beim Einkauf gerade auf die Güte einer Ware und möchten sich auch mal etwas Gutes leisten. "Der Umsatz ist stabil. In den Naturkostläden gab es im Jahr 2009 sogar ein Umsatzwachstum von 7 Prozent, so Blumenschein."

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Preise für Bioprodukte sinken

Nach Branchenangaben lag der Umsatz auf dem deutschen Bio-Markt im Vorjahr bei rund 5,8 Milliarden Euro und blieb damit auf dem Niveau von 2008. Seit 2000 (2,1 Milliarden Euro) hatte es fast immer zweistellige Steigerungsraten gegeben. Als Hauptgrund für das gebremste Wachstum gelten vor allem sinkende Preise auch für Bioprodukte im Lebensmitteleinzelhandel.

Inzwischen besitzt fast jeder große Supermarkt eine Bio-Ecke. Fusionen von Handelsketten führten mitunter dazu, dass sich das Sortiment reduzierte. Der klassische Bio-Fachhandel konnte dagegen seinen Umsatz erneut um rund vier Prozent erhöhen.

Ökoland Deutschland

Nach Ansicht von Verbandschefin Blumenschein gilt Deutschland europaweit als größtes "Öko-Land". "Die Branche ist bei uns ein Marktfaktor und schon lange keine Spielwiese mehr." Auch der Import von Bioprodukten aus Osteuropa oder China führe nicht zu absoluten Dumpingpreisen in den Supermärkten. "Zum Teil werden die geringeren Herstellungskosten in diesen Ländern durch die Transportkosten wieder aufgewogen. Es wird immer so bleiben: Bio hat nun mal seinen Preis", betonte Blumenschein. 

Vom 17. bis 20. Februar trifft sich die Branche auf der Messe "BioFach" in Nürnberg. Zu der Leitmesse werden rund 2.500 Aussteller und 46.000 Fachbesucher aus etwa 100 Ländern erwartet.