Laut IT-Verband Bitkom sind die Onlinehändler optimistisch für das Weihnachtsgeschäft.  Eine Kannibalisierung des stationären Handels durch E-Commerce findet nicht statt.

Trotz Finanzkrise und allseits knapper Kassen geht der Onlinehandel in Deutschland optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Mit höheren Umsätzen als im Vorjahr rechnen laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom 38 Prozent der Online-Händler für die Monate November und Dezember. 36 Prozent erwarten zumindest, dass sich das Geschäfte auf Vorjahresniveau halten wird.

"Unter dem Strich erwarten wir in der diesjährigen E-Commerce-Saison ein kräftiges Umsatzplus", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag. Allerdings rechnen 22 Prozent der Befragten auch, dass das Geschäft um bis zu 20 Prozent zurückgeht.

Die Produktpalette im Netz wird dabei immer breiter. Am meisten bestellt würden Bücher, gefolgt von Kleidung, Eintrittskarten und Musik. Lebensmittel, eine Produktgruppe die sich bislang vergleichsweise schwergetan hat im Netz, kommt inzwischen schon auf 9 Prozent Anteil bei allen online georderten Waren.

Keine Kannibalisierung von On- und Offline

Der repräsentativen Bitkom-Studie (mit den Marktforschern des Forsa-Instituts) zufolge haben in den vergangenen zwölf Monaten 92 Prozent aller Internetnutzer auch online eingekauft, 39 Prozent davon mehr als zehn Mal.

"Die Kunden kaufen nicht nur zum Weihnachtsgeschäft online ein, sondern das ganze Jahr über", sagte Kempf. Weihnachtsgeschenke wollen demnach 47 Prozent der Internet-Nutzer online kaufen, das entspricht rund 25 Millionen Personen. Vor zwei Jahren waren es noch 43 Prozent.

Online-Befragung von NCR und Smart Research unter 1001 Verbrauchern in Deutschland.
Online-Befragung von NCR und Smart Research unter 1001 Verbrauchern in Deutschland.
Die befürchtete Kannibalisierung des stationären Handels durch Online-Geschäfte ist offenbar nicht eingetreten. 87 Prozent der Befragten informieren sich im Netz, kaufen aber im Geschäft. Umgekehrt informieren sich 71 Prozent der befragten Nutzer im Laden und kaufen schließlich online.

Eine aktuelle Konsumentenumfrage vom IT-Anbieter NCR mit dem Marktforschungsinstitut Smart Research untermauert diese These. Sie zeigt, dass fast 59 Prozent der Deutschen ihre Weihnachtsgeschenke sowohl online als auch im Einzelhandel kaufen. 17 Prozent der Befragten besorgen ihre Geschenke 2012 ausschließlich im Internet, 15 Prozent ausschließlich in Geschäften.