Nach einem komplizierten Verkaufsprozess geht der Freizeitausstatter Jack Wolfskin an den nächsten Finanzinvestor, die New Yorker Beteiligungsgesellschaft Blackstone.

Die Nachricht kam nicht überraschend. Mitte Juni hatten die Jack-Wolfskin-Eigner Quadriga Capital und Barclays Private Equity erklärt, mit der New Yorker Beteiligungsgesellschaft Blackstone exklusiv über den Verkauf des Freizeitausstatters zu verhandeln.

Der Abschluss der Transaktion wird nach Zustimmung der Kartellbehörden für August erwartet. Der Kaufpreis soll bei 700 Millionen Euro liegen. Quadriga und Barclays PE, die das Unternehmen 2005 von Bain Capital für 93 Millionen Euro übernahmen, hätten ihre Investition damit knapp verachtfacht.

Immer teurer weiterverkauft

Wolfskin-Mitgründer und -Geschäftsführer Manfred Hell wird das Unternehmen im Zuge des Verkaufs verlassen und durch einen noch nicht genannten Nachfolger ersetzt, wurde weiter mitgeteilt.

Kaum ein deutsches Unternehmen wurde in der jüngeren Vergangenheit so oft verkauft wie Jack Wolfskin. Seit dem ersten Verkauf durch die Firmengründer 1991 ist Blackstone nun die dritte Beteiligungsgesellschaft in zehn Jahren, die Jack Wolfskin übernimmt. 

Schwierige Verhandlungen

Mit dem Kauf durch Blackstone geht ein langwieriger Verkaufsprozess zu Ende. Ein Auktionsverfahren von Quadriga und Barclays PE, an dem sich auch Tchibo-Erbe Günter Herz beteiligt hatte, wurde vor einigen Monaten beendet, da die unterbreiteten Angebote die Erwartungen der Eigentümer nicht erfüllten. 

Jack Wolfskin betreibt aktuell 279 Filialen in Europa (davon 225 in Deutschland) und 174 Läden in Asien. 2010 steigerte Wolfskin die Umsätze um 21 Prozent auf 304 Millionen Euro. Für 2011 hat das Unternehmen ein ähnliches Wachstum eingeplant.