Franziska von Hardenberg
Franziska von Hardenberg
Wenn sich im Leben etwas ändert, kann einen das auf gute Ideen bringen. Bei Franziska von Hardenberg war es ein Umzug: „Ich liebe frische Blumen, zu Hause und am Arbeitsplatz. Als mein Arbeitgeber umgezogen ist, lag allerdings kein Blumenladen mehr auf dem Weg, und mein Büro kam mir so nackt vor“, berichtet die ehemalige Mitarbeiterin der Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet. „Da ich schon immer ein eigenes Unternehmen gründen wollte, habe ich mir den Markt angeschaut und gesehen, dass da seit 20 Jahren eigentlich nichts passiert ist.“

Also entschied sie sich, „die Großen zu ärgern“ und gründete Mitte 2012 den Blumenversender Bloomy Days. „Wir waren die ersten, die das Abomodell für frische, saisonale Schnittblumen angeboten haben“, berichtet die Jungunternehmerin.

„Aber damit die Bestellhürde nicht so hoch ist, kann man auch jederzeit pausieren oder das Abo beenden.“ Zudem gibt es auch Einzelbestellungen: „Das kommt bei den Kunden gut an. Es gibt viele, die erst mal eine Bestellung ausprobieren und dann das Abo buchen.“

Der Beitrag erschien zuerst in der Print-Ausgabe von "Der Handel" 10/2014. Dort schreibt Sybille Wilhelm über Themen rund um den Onlinehandel
Der Beitrag erschien zuerst in der Print-Ausgabe von "Der Handel" 10/2014. Dort schreibt Sybille Wilhelm über Themen rund um den Onlinehandel
Das Startkapital für das Start-up sammelte sie per Crowdfunding: Bei dieser „Schwarmfinanzierung“ investieren viele Internetnutzer kleinere Beträge in Projekte, Produkte und die Umsetzung von Geschäftsideen.

„Innerhalb von 93 Minuten hatten wir 100.000 Euro für Bloomy Days zusammen, und das für ein weltweit neuartiges Konzept“, ist von Hardenberg noch immer von dem Vertrauen der Internetinvestoren begeistert. „Wir konnten ja keinerlei Machbarkeitsnachweis erbringen.“

Doch das Konzept ging auf: Im Jahr 2013 ist Bloomy Days nach einer weite-ren Frühfinanzierungsspritze von Investor Otto Capital um „1.000 Prozent“ gewachsen. Im ersten Halbjahr 2014 habe Bloomy Days schon den gesamten 2013er-Umsatz gemacht, berichtet die Jungunternehmerin.

Inzwischen hat das Start-up 20 feste Mitarbeiter. Drei Viertel der Kunden lassen sich die Blumen an ihre Privatadresse liefern, ein Viertel sind Geschäftskunden.

Neben den wöchentlichen und 14-tägigen Blumen-Abos bietet der Versender mit sieben Tagen Frischegarantie auch Blumen der Woche mit Pralinen sowie Boxen an, bei denen Produkte von Kooperationspartnern beiliegen.

„In der aktuellen Balance Box ist beispielsweise ein Tischaufsteller ‚Schenk dir eine Atempause‘ vom GU Verlag mit 52 Meditationsübungen beigelegt“, erläutert von Hardenberg. Zudem hat Bloomy Days auch Boxen mit Markenartikeln etwa von L’Oréal, Rosenthal oder Palmolive im Programm. 

Franziska von Hardenberg spricht auch beim Kongress "Pioniere" am 27. November in Frankfurt. Bei dem neuen Trendforum treffen sich Geschäftsführer und Führungskräfte aus dem E-Commerce, um über Zukunftspotenziale und neue Modelle für die Multichannel-Welt von Morgen zu diskutieren. etailment ist auch mit dabei.