Er bietet 100 Millionen Euro - und lässt nicht locker: Maurizio Borletti will weiterhin seine Chance nutzen, Karstadt zu kaufen. Der Italiener stützt sich auf Vorkehrungen vom Vermieter Highstreet.

Der italienische Warenhausbetreiber Maurizio Borletti gibt im Ringen um eine Übernahme von Karstadt nicht auf. Sollte eine Einigung zwischen dem Karstadt-Vermieter Highstreet und dem Investor Berggruen bis zum 2. September scheitern, sei der Weg bereitet für einen "extrem zügigen Vertragsabschluss und -vollzug" mit Borletti, heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Stellungnahme.

Seit der Unterzeichnung des Kaufvertrags für die Warenhauskette vor zwei Monaten steht trotz einer Einigung in grundsätzlichen Fragen eine abschließende Vereinbarung zwischen dem Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieter Highstreet noch aus. Ohne eine Einigung über die Mieten kann der von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag nicht in Kraft treten.

Borletti, der mit rund zwei Prozent an Highstreet beteiligt ist, hatte Ende Juli ein eigenes Angebot für Karstadt vorgelegt. Für 100 Millionen Euro will er das insolvente Warenhaus kaufen.

Diesem Angebot hatte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg unter Hinweis auf den bereits geschlossenen Kaufvertrag mit Berggruen jedoch keine Chance mehr eingeräumt. Borletti werde dem Insolvenzverwalter nun bis zum 2. September ein "schlüsselfertiges Angebot" vorlegen, kündigte eine Sprecherin am Donnerstag an.

Am Vorabend hatte Highstreet zu einem weiteren Treffen für den 2.

September eingeladen, bei dem die Gläubiger grünes Licht für die vereinbarten Mietsenkungen geben sollen. Einen Tag später will das Essener Amtsgericht über die Annahme des Insolvenzplans entscheiden.

Übernahme durch die Hintertür?

In der Einladung findet sich eine Passage, die die Möglichkeit einer Übernahme der getroffenen Vereinbarungen durch einen "namentlich nicht genannten Interessenten" ermöglichen würde. Voraussetzung dafür ist jedoch ausdrücklich ein vorheriges Scheitern der Verhandlungen mit Berggruen.

In der Mitteilung wies Borletti auch auf eine bereits erzielte Einigung mit den Eigentümern von Highstreet über die Konditionen eines Generalmietvertrags hin. Die Zustimmung der Highstreet-Gläubiger stehe jedoch auch für Borletti noch aus, so die Sprecherin.

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der vergangenen 14 Monate des Karstadt-Dramas.