Die diesjährigen Preisträger des Goldenen Zuckerhuts stehen fest: Die Edeka-Gruppe, Rewe Aupperle, Nestlé Nespresso und Dolce Gusto sowie HDE-Präsident Sanktjohanser bekommen heute Abend den Branchenpreis verliehen.

Die diesjährigen Preisträger des Goldenen Zuckerhuts werden heute Abend in Berlin gekürt. Zum 55. Mal ehrt die Lebensmittel Zeitung, die wie Der Handel im Deutschen Fachverlag erscheint, mit dieser Auszeichnung Persönlichkeiten der Konsumgüterbranche, die sich durch besondere unternehmerische Tatkraft und strategische Weitsicht um die Gesamtentwicklung dieses Wirtschaftsbereiches nachhaltig verdient gemacht haben.

Der Goldene Zuckerhut 2012, ausgewählt von einer unabhängigen und mit Top-Managern aus Handel und Industrie besetzen Jury, geht an: die Edeka-Gruppe (Hamburg), Rewe Aupperle GmbH (Fellbach), Nestlé Nespresso und Dolce Gusto (Vevey) sowie Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (Berlin).

Edeka-Gruppe

Die Edeka-Kaufleute standen noch nie so gut da wie heute, so die Begründung der Jury. Im Preiseinstieg könnten sie preislich und qualitativ mit Aldi mithalten. Gleichzeitig punkteten sie beim Kunden mit einer Sortimentsvielfalt aus Markenprodukten, Eigenmarken, Feinkost, Spezialitäten, Frische, regionalen und lokalen Besonderheiten.

Dass die Edeka-Gruppe so erfolgreich ist, liege auch an der Discount-Tochter Netto. Die Integration der 2.300 Plus-Filialen in den Edeka-Verbund sei eine Herkulesaufgabe gewesen, die unter der Führung von Vorstandschef Markus Mosa in einem rekordverdächtigen Tempo abgeschlossen worden sei. Ebenfalls dank Netto sei es Edeka gelungen, die Marktführerschaft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel nachhaltig auszubauen. Mit einem Gesamtumsatz im Jahr 2011 von rund 46 Milliarden Euro halte die Gruppe die Konkurrenz auf Distanz.

Rewe-Kaufmann Aupperle

Fritz Aupperle ist nach Meinung der Jury einer der profiliertesten und bekanntesten Kaufleute der Rewe. Der bodenständige Schwabe aus Fellbach habe sehr früh erkannt, dass er sich als Supermarktbetreiber mit einem eigenen Profil von Wettbewerbern wie Aldi oder Kaufland unterscheiden müsse. Seine fünf Märkte, die heute einen Jahresumsatz von rund 26 Millionen Euro erzielen, haben einen standortspezifischen, regionalen Ansatz. Alle Regional-Artikel kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Vor allem Aupperles Weinabteilungen mit mehr als 1.000 Artikeln, darunter einige von badischen Spitzenwinzern, setzten Maßstäbe.

Nestlé Nespresso und Dolce Gusto

Mit der Erfindung des Nespresso-Systems habe der Schweizer Nestlé-Konzern den Markt revolutioniert. so die Jury. Vor allem Nestlés Nobelmarke Nespresso stehe als Synonym für gehobene Kaffeekultur – populär vermarktet durch den US-Filmstar George Clooney, verkauft über den Direktversand und eigene Boutiquen. Mit den Edelkapseln setze Nestlé 2012 mehr als vier Milliarden Schweizer Franken um.

Jedes Jahr wachse die Marke zweistellig und habe deshalb viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Auch Nespressos kleiner Bruder, das Kapselsystem Nescafé Dolce Gusto, feiere einen Erfolg nach dem anderen. Die 2006 zunächst in Deutschland gestartete Marke für den Handel wachse jedes Jahr zweistellig und steuere in Europa inzwischen auf die Umsatzmilliarde zu.

Josef Sanktjohanser

Mit großem Engagement werbe Josef Sanktjohanser als HDE-Präsident für die Interessen des Handels, begründet die Jury die Preisvergabe. Er gebe dem Kartellamt Kontra, poliere im Parlament das Image der Branche auf und kämpfe für lange Öffnungszeiten. Dabei werde er weithin als kompetenter und verbindlicher Gesprächspartner geschätzt.

Doch der Mann aus Wissen im Westerwald habe sich nicht erst als Cheflobbyist einen Namen gemacht. Er war zunächst als Kaufmann im familieneigenen Betrieb erfolgreich und machte später bei Rewe Karriere. Acht Jahre lang gehörte er dem Vorstand der Handelsgruppe an. Im Juni dieses Jahres ging seine Amtszeit zu Ende.

Doch der 62-Jährige wolle auch in Zukunft aktiv bleiben. Mindestens bis 2014 werde er sich noch beim HDE engagieren. Außerdem will er sich wieder stärker um den Familienbetrieb Petz kümmern, der zur Rewe Group gehört.