Das Familienunternehmen Braun Büffel fertigt seit 130 hochwertige Lederwaren. Auch in Asien kommen die Geldbörsen "made in Germany" gut an.

 Eigentlich wollte Christiane Brunk Ägyptologie studieren, doch es wurde Betriebswirtschaft draus. Dann wollte sie eigentlich nur in den Hunsrück zurück, um ihrem Vater bei der Einführung der neuen Unternehmenssoftware zu helfen – und nicht etwa, um in vierter Generation das Familienunternehmen anzuführen. Doch auch das kam anders: Im Jahr 1992 hatte die Betriebswirtin gerade ihren Job als Beraterin aufgegeben und ein paar Monate frei, bis sie bei einem neuen Arbeitgeber anfangen wollte und kam der Bitte des Vaters nach.

Christiane Brunk: Familienunternehmerin in 4. Generation
© Braun Büffel
Christiane Brunk: Familienunternehmerin in 4. Generation
„Dann habe ich schnell entdeckt, dass mir die Mitarbeit in unserem Familienunternehmen liegt und den anderen Job wieder abgesagt“, erinnert sich die Geschäftsführende Gesellschafterin der Braun GmbH & Co. KG, die in zwei Kollektionen pro Jahr hochwertige Taschen und Kleinlederwaren für Herren und Damen produziert.
Farbenfrohe Produktpalette bei Braun Büffel
© Braun Büffel
Farbenfrohe Produktpalette bei Braun Büffel
Gegründet wurde der Markenhersteller für feine Lederwaren bereits im Jahre 1887 „durch meinen Ur-Großvater Johann Braun in Kirn an der Nahe, damals als Sattler- und Polsterbetrieb“, berichtet Christiane Brunk. „Er hätte mit Sicherheit nicht in seinen kühnsten Träumen daran gedacht, dass er mit der Gründung des kleinen Ein-Mann-Handwerksbetriebs den Grundstein für eine internationale Lederwarenmarke legt“. Der Büffel, der Kraft und die Affinität zu Leder symbolisiert, kam als Markenzeichen 1974 hinzu, weil „Braun“ als Wortmarke schlecht zu schützen war.
Kaufhof-Schaufenster-Kampagne 2017 Köln Hohe Straße
© Braun Büffel
Kaufhof-Schaufenster-Kampagne 2017 Köln Hohe Straße
Zu den Kernabsatzmärkten des Mittelständlers gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz, Großbritannien und die Benelux-Länder. Allein in Deutschland werden die Produkte an 700 Verkaufsstellen angeboten, unter anderem bei Galeria Kaufhof, das auch schon mal ein komplettes Schaufenster mit den edlen Geldbörsen bestückt. In den anderen europäischen Ländern haben noch einmal gut 200 Handelsunternehmen die Produkte von Braun Büffel im Sortiment.
Management, Marketing, Design, Service, Qualitätskontrolle und Teile der Produktion „Made in Germany“ kommen zudem auch in Ostasien, Australien und Russland ziemlich gut an. Dort arbeiten die Kirner mit Vertriebspartnern zusammen. „Durch die Fertigung in Deutschland haben wir in vielen Ländern eine Sonderstellung“, erläutert Christiane Brunk.
Warenpräsentation Braun Büffel Hofstatt München
© Braun Büffel
Warenpräsentation Braun Büffel Hofstatt München
Der Hersteller setzt zudem auch auf eigene Läden. In Europa ist Braun Büffel mit einem eigenen Ladengeschäft in München und in drei Outlets vertreten. In Asien ist die Marke seit knapp 40 Jahren aktiv. Heute hat der Markenhersteller 70 Department Stores in China, 20 in Malaysia, 14 in Indonesien und den Philippinen sowie 6 in Singapur, unter anderem in dem berühmten Hotel Marina Bay Sands, dessen Hashtag #marinabaysands allein auf Instagram auf mehr als eine Million öffentliche Selfie-Beiträge kommt.
Webshop seit 2016
© Braun Büffel
Webshop seit 2016
Seit März 2016 ist der Webshop www.braun-bueffel.com online. „Ich bin von der Entwicklung des Shops positiv überrascht. Erst hatten wir ein bisschen Sorge, was unsere Partner aus dem Handel dazu sagen. Aber wie schon bei der Eröffnung der eigenen Boutique in München im Jahr 2012 hat sich gezeigt, dass unsere Internet- und stationäre Präsenz durchaus gute Marketingmaßnahmen sind, die auch unseren Handelspartnern zu Gute kommen.“
Die Nahe-Region gilt als Wiege der deutschen Feintäschnerei, heute ist Braun Büffel als eines der letzten Unternehmen dort  tätig. Handgefertigt werden die Lederprodukte in Kirn und in Asien. „Wir beschäftigen 50 Mitarbeiter in Deutschland und 250 weltweit“, sagt Christiane Brunk. „Meinem Vater und mir war es wichtig, dass das Handwerk der Feintäschnerei hierzulande nicht ausstirbt.“

"Meinem Vater und mir war es wichtig, dass das Handwerk der Feintäschnerei hierzulande nicht ausstirbt.“

Christiane Brunk
In der Vergangenheit  sei es nicht immer so einfach gewesen den Standort Deutschland zu bewahren, aber der Konsument ändert sich, beobachtet die Braun Büffel-Chefin: „Heute wollen immer mehr Menschen wissen, woher die Sachen kommen, die sie kaufen. Dieser neue Qualitätstrend kommt uns natürlich zugute.“
Reparaturservice
© Braun Büffel
Reparaturservice
So bietet Braun Büffel Feintäschner-Workshops an, bei denen Interessierte viel über das traditionsreiche Handwerk, die Unterschiede beim Leder und die vegetabile Gerbung lernen, bei der keine Chemikalien sondern natürliche Gerbstoffe verwendet werden. Zudem hat der Mittelständler einen Reparaturservice und bildet künftige Feintäschner aus.
Wenn auch auf Umwegen ist die Chefin des Familienunternehmens heute genau da, wo sie sein will: „Seit 130 Jahren verarbeiten wir das edle Material Leder, Stich für Stich, mit Präzision und Leidenschaft. Aus unseren schnörkellosen Designobjekten spricht die ganze Kraft und Feinheit des Leders. Da kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als diese Tradition zu bewahren“, schwärmt Christiane Brunk.

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