Deutschlands Wirtschaft leidet unter den zu hohen Kosten für Breitband-Zugang. Eine unabhängige Studie zum Breitband Service-Markt vergab nur das Urteil "schlecht" an Deutschland.

Deutsche Unternehmen zahlen für Breitbandverbindungen bis zu 53 mal mehr als notwendig. Diese hohen Kosten behindern die Unternehmen darin, sich die Vorteile von Breitband- und E-Business-Technologien konsequent zu nutze zu machen.

Dies ist die wesentliche Schlussfolgerung der gestern veröffentlichten Marktstudie des Instituts Yankee Group Europe. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Ebone, einem Anbieter von Breitband-Dienstleistungen.

Als Ursache für die hohen Kosten werden in der Studie die Regierung und Telekom-Regulierungsbehörden genannt. Beide hätten es bisher nicht geschafft, die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, damit die Deutsche Telekom Unternehmen mit kostengünstigen "local access leased lines", einschließlich qualitativ hochwertiger "broadband local lines", versorgen könne.

Damit werde, so die Studie weiter, ein Fehlschlagen der Initiative "eEurope" riskiert. "eEurope" ist eine im Jahr 2000 von den europäischen Regierungen geschaffene Initiative, die mit Hilfe der raschen Einführung moderner Breitband-Technologien das wirtschaftliche Wachstum antreiben, die Produktivität steigern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen erhöhen soll.

Die Studie der Yankee Group ist Teil der "European Broadband Report Card". Darin werden die schlechten Bedingungen auf dem deutschen Breitband-Service-Markt aufgezeigt. Die Studie fand heraus, dass es deutschen Unternehmen kaum möglich ist, die zahlreichen Vorteile hochwertiger Breitband-Technologie zu einem fairen Preis zu nutzen. Die für Deutschland ermittelten Werte werden in der Studie mit den Werten von weiteren zehn europäischen Ländern verglichen. In diesem Rahmen wurden jeweils acht Indikatoren analysiert und zu einem Gesamtwert der jeweiligen Länder zusammengeführt. Deutschlands Wert beträgt 1,7 (Skala von 1 = schlecht bis 5 = ausgezeichnet). Der europäische Gesamtwert beträgt 1,6.

In der Studie wird betont, dass vor allem die starke Position der Deutschen Telekom negative Effekte mit sich bringt. Sehr lange Installationszeiten und Serviceverträge, die kaum beziehungsweise keine Garantien böten, müssten in Deutschland nach wie vor in Kauf genommen werden. (ST)


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