TNT und weitere Post-Konkurrenten wollen Medienberichten zufolge auch Briefe austragen. Das wäre der zweite Angriff auf die Deutsche Post nach dem Fall des Briefmonopols.  

Bislang ist die Deutsche Post im Briefgeschäft der Platzhirsch. Doch das könnte sich bald ändern. Die Konkurrenten der Deutschen Post starten offenbar einen zweiten Anlauf: Bis Ende des Jahres wollen sie ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Mail Alliance gründen und damit ein bundesweites Zustellnetzwerk aufbauen, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Die Federführung soll demnach die deutsche Tochter des niederländischen Postdienstleisters TNT haben. "Wir prüfen derzeit Möglichkeiten im europäischen Markt. Sobald etwas Konkretes beschlossen wird, informieren wir die Öffentlichkeit", zitiert die Fachzeitschrift "Horizont", die wie Der Handel im Deutschen Fachverlag erscheint, eine Unternehmenssprecherin. Details zum deutschen Markt wollte die Sprecherin aber nicht nennen.

Holtzbrinck und Madsack

Neben TNT sollen den Medienberichten zufolge die regionale Briefgesellschaft der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck sowie das Unternehmen Citipost des Verlags Madsack in Hannover mit von der Partie sein. Unklar ist, ob sich auch der süddeutsche Zustellverbund P2 dem Bündnis anschließt.

Laut "Wirtschaftswoche" ist geplant, ein eigenes bundesweites Zustellnetz aufzubauen, das mit Hilfe von vier Verteilzentren in Deutschland Briefsendungen bis zu 100 Gramm innerhalb von 24 bis 48 Stunden zustellt. Im Unterschied zur Pin Group wollen die Firmen dem Bericht zufolge jedoch keinen gemeinsamen Markenauftritt planen, sondern ihre Namen und regionale Identität beibehalten.

Die von den Verlagen Axel Springer, Holtzbrinck, WAZ, Madsack und DuMont gegründete "Pin Group" musste Ende 2007 Insolvenz anmelden. Als Grund dafür nannten die Unternehmen damals die Einführung eines Mindestlohns für Briefträger.