2012 gingen die Buchhandelsumsätze noch zurück, bis Mai dieses Jahres legten sie aber um 3,3 Prozent zu. Das E-Book findet unterdessen immer mehr Fans.

Der Start ins Bücherjahr 2013 verlief für die Branche recht gut: Bis Ende Mai setzten die Buchhändler 3,3 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2012 ging der Umsatz der buchhändlerischen Betriebe mit Büchern und Fachzeitschriften hingegen um 0,8 Prozent auf 9,52 Milliarden Euro zurück, meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Das ist das zweite Umsatzminus in Folge: 2011 betrug es 1,4 Prozent.

"Die Buchbranche erlebt in Deutschland derzeit einen herausfordernden Wandel mit weitreichenden Perspektiven", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands heute in Frankfurt am Main bei der Vorstellung der Wirtschaftszahlen. Wenig überraschend legte vor allem der Onlinehandel weiter zu: So stieg der Umsatz 2012 um 10,4 Prozent. Das Internetgeschäft mit Büchern hat somit inzwischen einen Anteil am Gesamtumsatz von 16,5 Prozent.

Stationärer Buchhandel weiter unter Druck

Der Umsatz der Verlage im Direktgeschäft stieg 2012 um 0,8 Prozent, deren Anteil am Gesamtumsatz liegt jetzt bei 19,4 Prozent. "Von der Verschiebung hin zum Onlinehandel ist am stärksten der Buchhandel vor Ort betroffen, auch wenn das stationäre Sortiment weiterhin mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg für Bücher in Deutschland ist", sagte Jürgen Horbach, Schatzmeister und Wirtschaftssprecher des Börsenvereins. "Noch ist bei dieser Verschiebung allerdings kein Ende abzusehen."

Der Umsatz des Sortimentsbuchhandels habe im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro betragen, 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein gutes Jahr war 2012 demzufolge vor allem für die Belletristik: Der Umsatz dieser Warengruppe stieg um 0,8 Prozent, ihr Umsatzanteil liegt jetzt bei 35 Prozent - 0,6 Prozentpunkte höher als 2011. "Das Plus kann man eigentlich an einem Titel festmachen: Shades of Grey", so Horbach. Die Warengruppe Ratgeber legte demnach um 0,5 Prozent zu, der Umsatzanteil betrug 13,8 Prozent (2011: 13,6 Prozent).

E-Book wird akzeptiert

Auch das elektronische Buch ist inzwischen eine ernstzunehmende Größe: In den vergangenen 3 Jahren ist der E-Book-Anteil der aktuellen Studie des Börsenvereins zufolge von 0,5 auf 2,4 Prozent gestiegen. "Der E-Book-Markt ist mittlerweile ein relevantes Segment in Deutschland", sagte Steffen Meier, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren. "Potenzial nach oben ist auch noch da: Mehr als die Hälfte der Verlage haben E-Books im Programm, 54 Prozent der Novitäten sind als E-Book erhältlich." Auch der stationäre Buchhandel sehe das Angebot von E-Books und E-Readern als Möglichkeit, Kunden zu binden: 73 Prozent der Händler haben beides oder eines von beiden im Angebot.

"Die Umsatzerwartungen von Verlagen und stationärem Sortiment driften allerdings auseinander", erläuterte Meier. "Sehen Verlage mit E-Books eine gute Umsatzmöglichkeit, befürchtet der Buchhandel vor Ort wegen der dynamischen E-Book-Entwicklung zu einem Großteil Umsatzrückgänge im Printgeschäft." Mehr als jede zweite Buchhandlung geht demnach von einem Umsatzrückgang im klassischen Sortiment bis 2015 aus. Durchschnittlich wird dabei ein Rückgang von 16 Prozent erwartet.

"Buch ist in Gesellschaft verankert"

Trotz Onlinehandel und Amazon-Übermacht ist die Branche optimistisch: "Das Buch ist in der Gesellschaft verankert, das Interesse an Büchern und am Lesen ist ungebrochen groß", ist Hauptgeschäftsführer Skipis überzeugt. Zwar stünden Bücher immer stärker im Wettbewerb mit anderen Medien und Freizeitaktivitäten. "Aber es stimmt nicht, wie immer behauptet wird, dass die Jugend weniger liest", so Skipis. "9 von 10 Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren lesen mindestens ein Buch pro Woche. Mit den digitalen Medien beschäftigen sich hingegen nur 80 Prozent."

Der Buchhandel habe jetzt die Chance, seine Kunden mit Beratungskompetenz und kulturellem Engagement für die Gesellschaft zu überzeugen: "Auf den stationären Buchhandel richtet sich durch die Diskussion um Amazon und die 'Vorsicht Buch!-Kampagne' der Buchbranche große Aufmerksamkeit", ist Skipis überzeugt.