Wenn das kein Widerspruch ist: Die GfK meldete zuletzt, dass die Deutschen 2009 mehr Bücher kauften als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt bilanziert nun einen Umsatzrückgang im Buchhandel.

Der reale Erlös im Buchhandel lag im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent niedriger als im Vorjahr. 2008 musste die Branche einen realen Umsatzrückgang von 2,7 Prozent und 2007 von 0,1 Prozent hinnnehmen, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mit, einen Tag vor Beginn der Leipziger Buchmesse.

Vergangene Woche hatte die GfK berichtet, dass die Deutschen im Krisenjahr 2009 rund 400 Millionen Bücher erworben hätten - zwei Prozent mehr als 2008. Auch vor zwei Jahren legte die Zahl der Buchkäufer ebenfalls um zwei Prozent zu. Knapp vier Milliarden Euro gaben die deutschen Konsumenten 2009 für Bücher aus, das entspricht einem Plus von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

März traditionell stark

Laut Destatis war der März in den vergangenen zehn Jahren für die Branche nahezu immer der erste Monat im Jahr, in dem mehr Umsatz als im Vormonat erzielt wurde. Zwischen 2000 und 2009 stieg der Umsatz durchschnittlich vor den Osterferien um 8,2 Prozent gegenüber dem Februar an, schreiben die Wiesbadener Statistiker.

Allerdings gingen im April mit gleicher Regelmäßigkeit die Umsätze wieder zurück. Erst mit Beginn der Sommerferien stiegen im Juli (durchschnittlich 22,9 Prozent) und August (durchschnittlich 19,3 Prozent) die Einnahmen wieder gegenüber dem jeweiligen Vormonat an.

Mit neue Angeboten Kunden locken

Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, beklagt den kalten Winter als Grund für die gesunkene Kauflust. Zudem habe es im vergangenen Jahr keine umsatzstarken Bestseller gegeben. 

Für das laufende Jahr hingegen sind die Buchhändler trotz dieser Bilanzen positiv gestimmt: 31,7 Prozent gehen von einer sehr guten bis guten Umsatzentwicklung aus. An eher schlechte Umsätze glauben lediglich 15,4 Prozent. Das ergibt die aktuelle Untersuchung des Instituts für Handelsforschung in Köln (IfH).

Hoffnung macht der Branche die steigende Beliebtheit von Kinder- und Jugendbücher. Dieses Segment sowie Belletrisik wurden laut Destatis im zweiten Halbjahr 2009 besonders gut verkauft. 41,9 Prozent der befragten Sortimenter sprechen von einem besseren Geschäft im Kinder- und Jugendbuchbereich, 30,8 Prozent geben dies für die Belletristik an.

Potenzial biete auch der Bereich elektronische Medien, der bei 65,2 Prozent der Buchhändler in ihrem Angebot bislang fehle. Die Händler möchten künftig insbesondere mit der Ausdehnung und Verfeinerung ihres Internetauftritts, mit mehr Veranstaltungen und mit verstärkter Werbung bei den Kunden punkten.