Das Buchgeschäft im Internet hat in Deutschland Hochkonjunktur. Klarer Gewinner ist laut Forrester Research der Online-Buchshop Amazon.

Mit dem Online-Buchgeschäft hat Deutschland einen der bestentwickelten Online-Märkte innerhalb Europas. Unangefochten im europäischen Umfeld nehmen die deutschen Lesebegeisterten die Spitzenposition ein. Laut der International Publishers Association kauften sie im vergangenen Jahr Bücher im Gesamtwert von rund 8 Mrd. Euro ein. Auf das Online-Geschäft entfielen dabei 2,3%. Dieser Anteil wird sich nach Angaben von Forrester Research bis zum Jahr 2006 verzehnfachen.

Forrester-Analystin Reineke Reitsma rechnet für 2006 mit einem Online-Buchumsatz von 1,3 Mrd. Euro, der einem Anteil von 13% des gesamten Buchgeschäfts entspricht. Als klarer Gewinner unter den Online-Buchshops gehe Amazon hervor, deren amerikanische Erfolgsstory sich auf dem deutschen Markt fortsetze. Gemessen am Prozentsatz der Besucher pro Seite, erreicht Amazon.de mit einer Reichweite von 77% die meisten Besucher pro Monat. Mit Abstand folgt bol.de mit 49%, und mediantis.de, buch.de und Weltbild.de belegen mit jeweils 39% den dritten Rang.

Rund 4,4 Mio. Internetnutzer kaufen in Deutschland Bücher über das World Wide Web; das entspricht 22% der Online-Bevölkerung. Ein weiteres Viertel beabsichtigt, in Kürze auch Bücher online zu bestellen. Laut Forrester geben Internet-Buchkäufer im Durchschnitt 80% mehr für gedruckte Unterhaltung aus als andere Verbraucher. Online-Buchkäufer haben die größte Online-Erfahrung (27 Monate) und ihre ersten Online-Käufe liegen mehr als ein Jahr zurück. Die Mehrheit von ihnen ist höher gebildet, männlich, im Mittel 35 Jahre alt und verfügt über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 4.200 DM.

Wie Forrester herausfand, zählt die Möglichkeit, Bücher bequem sowie unabhängig von regulären Öffnungszeiten rund um die Uhr bestellen zu können, zu den Hauptmotiven für den Online-Einkauf. Obwohl die Buchpreise festgelegt sind, zählen bessere Preise sowie die unmittelbare Vergleichbarkeit und die große Produktauswahl zu den nächstwichtigsten Kriterien.

Ist die Entscheidung für den Online-Kauf gefallen, wählen die deutschen User den Händler aus, der ihren Ansprüchen am besten gerecht wird, wobei Lieferkosten und Zahlungssicherheit die höchste Priorität genießen. Daneben legt die Mehrheit der Online-Buchkäufer großen Wert auf Produktinformationen, Datenschutz, unkomplizierte Bestellung sowie auf die Zahlungsmöglichkeiten.

Bei einer der größten Herausforderungen von Online-Shops, den zögerlichen, aber interessierten Besucher zu ihrem Käufer zu machen, sieht Reineke Reitsma bei deutschen Online-Buchshops noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten. Wegen des allgemein noch geringen Vertrauens ins Internet und des hohen Sicherheitsbedürfnisses der Nutzer sollten sich Shop-Betreiber beispielsweise davor hüten, bereits vor Beendigung des Kaufprozesses die Kreditkartennummer abzufragen. "Die Abfrage persönlicher Informationen sollte nur ein einziges Mal und mit viel Fingerspitzengefühl kurz vor dem Abschluss des Kaufaktes erfolgen", rät Reineke Reitsma. Ebenso sollten Online-Buchverkäufer mindestens drei Zahlungsalternativen anbieten, denn 60% der deutschen Online-Shopper bevorzugen Zahlung auf Rechnung, akzeptieren aber auch Kredit und EC-Kartenabbuchung oder Barzahlung bei Lieferung.

Daneben sei, so Reitsma weiter, die detaillierte Angabe über Lieferkosten und Lieferzeiten unabdingbar. Bisher erfülle dies nur bol.de zufrieden stellend. Um einen potenziellen Kunden nicht vorzeitig zu verlieren, sollte zudem auf einfache und übersichtliche Bestellprozesse geachtet werden. (ST)


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