Die Strahlendebatte behindert den Aufbau der UMTS-Netze. Diese Befürchtung äußerte Volker Jung, Siemens-Vorstand und Bitkom-Präsident. Vier Mobilfunkbetreiber hätten bei ihrem Netzausbau massive Schwierigkeiten mit Bürgerinitiativen.

Die Strahlendebatte behindert den Aufbau der UMTS-Netze. Diese Befürchtung äußerte Siemens-Vorstand Volker Jung in einem Interview gegenüber dem "Tagesspiegel".

Vier Mobilfunkbetreiber haben bei ihrem Netzausbau massive Schwierigkeiten mit Bürgerinitiativen, stellte Jung fest. Bei UMTS würden es dann sechs Netzbetreiber sein, die sich dem Widerstand aus der Bevölkerung stellen müssten. Die Anzahl der laufenden Bürgerinitiativen in Deutschland beziffert Jung mit rund 1.000. Mobilfunk sei jedoch eine sichere Sache. "Wir wollen doch als erste wissen, ob die elektromagnetischen Felder gefährlich sind. Wäre dem so, würden wir sofort mit dem Netzaufbau aufhören, damit wir nicht noch mehr Geld in den Sand setzen", sagte Jung weiter gegenüber dem Tagesspiegel.

Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), dessen Präsident Volker Jung ist, scheint sich um den Erfolg von UMTS zu sorgen. Mit dem Ziel, das Thema sachlich zu diskutieren, gründete Bitkom in diesen Tagen den Arbeitskreis "Mobilfunktechnik und Gesundheit", der sich mit dem Phänomen "Elektrosmog" beschäftigen soll. "Wenn wir es nicht schaffen, objektiv über die nur vermuteten Risiken des Mobilfunks zu diskutieren und zu entscheiden, laufen wir Gefahr, den wichtigen Standortvorteil Deutschlands an ein Phantomrisiko zu verlieren - und zwar gänzlich ohne einen positiven Effekt für die Bevölkerung zu erreichen", ist Dr. Uwe Kullnick, Vorsitzender des Arbeitskreises, überzeugt. (ST)


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