Die "Wut-Bürgermeister" feiern einen Erfolg: Der Verkauf der ehemaligen Hertie-Häuser kommt voran, und das ist das Verdienst der Stadtoberhäupter von ehemaligen Standorten der Kaufhauskette.

Der Verkauf ehemaliger Hertie-Kaufhäuser ist in Schwung gekommen. Innerhalb eines halben Jahres seien 7 von 32 Häusern verkauft worden, teilte die Initiative ehemaliger Hertie-Standorte am Donnerstag in Kamen bei Dortmund mit.

Die Initiative, bestehend aus 25 Bürgermeister und Vertreter aus 31 Kommunen mit ehemaligen Hertie-Standorten, hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Immobilien innerhalb von zwei Jahren zu vermarkten. Wegen ihres Kampfes gegen die Verödung ihrer Innenstädte wurde die aktive Gruppe bereits als "Wut-Bürgermeister" bezeichnet. Deren Sprecher ist der Bingener Bürgermeister Thomas Feser.

Vorwurf der Enteignung

Der parallel gestartete Versuch einer Bundesratsinitiative, über eine Änderung der Paragrafen 177 bis 179 des Baugesetzbuches direkten Zugriff auf lange Zeit leerstehende Immobilien zu gewinnen, sei momentan nicht eins zu eins umzusetzen, sagte Kamens Bürgermeister Hermann Hupe. Einige Bundesländer rückten den Änderungsvorschlag in die Nähe von Enteignung.

Die 1882 gegründete Warenhauskette Hertie war 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen worden, die Häuser wurden umbenannt. 2005 verkaufte KarstadtQuelle 74 Häuser an britische Finanzinvestoren, die später den Namen Hertie wiederbelebten. 2008 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Rund 2.600 Mitarbeiter verloren ihren Job.