Im Ringen um die Zukunft der Warenhauskette Hertie will eine Investorengruppe beim Land Nordrhein-Westfalen "schnellstmöglichst" einen Antrag auf eine Bürgschaft stellen.

"Auf der Grundlage der Antragsunterlagen werde es voraussichtlich zu weiteren Gesprächen kommen, hieß es am Mittwoch in Düsseldorf nach dem Gespräch im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium. Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte eine Entscheidung über die Zukunft der Warenhauskette bis Anfang März angekündigt.

Nähere Angaben zu den möglichen Investoren wollten die Beteiligten nach dem Treffen in Düsseldorf jedoch nicht machen. Erst Anfang Februar hatte ein nicht näher benannter Schweizer Investor Interesse an einem Einstieg bei Hertie bekundet. Der Investor wolle allerdings nur einsteigen, wenn die Einnahmen in den Läden um 10 Prozent stiegen und er staatliche Garantien der Bundesländer bekomme, hieß es damals.

Keine Angaben zur Höhe der Garantien

Damit sollten das Betriebsvermögen sowie Verluste im laufenden Geschäftsjahr abgesichert werden. Zu einer möglichen Höhe der Garantien waren zunächst keine Angaben gemacht worden.

Bei dem Gesprächen geht es um die Zukunft von bundesweit 54 Hertie-Filialen mit rund 2.800 Mitarbeitern. Für 19 Warenhäuser hatte Insolvenzverwalter Bähr bereits Mitte Februar das Aus verkündet. Betroffen sind davon insgesamt 650 Mitarbeiter. Vier der Häuser waren seitdem bereits geschlossen worden. Weitere 15 Filialen sollen bis Ende kommender Woche folgen.

Falls nicht kurzfristig eine Lösung für das Unternehmen gefunden werde könne, hatte der Insolvenzverwalter das Aus für das gesamte Unternehmen angedroht. Neben Vertretern des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums und der möglichen Investorengruppe wurde zunächst nur Insolvenzverwalter Bähr als Teilnehmer an dem Treffen in Düsseldorf benannt.

Unklar, wer verhandelt hat

Ob auch Vertreter von Hertie-Haupteigentümer MABV mit am Tisch saßen, blieb zunächst unklar. MABV hatte die Gespräche zur Hertie-Rettung am vergangenen Freitag in London überraschend für gescheitert erklärt und angekündigt, selbst neue Investoren für die Hertie-Standorte suchen zu wollen. Einer der Hauptstreitpunkte ist die Senkung der Mieten für die Warenhausimmobilien.