Die Bürowirtschaft wurde von der Krise hart getroffen. Zwar nimmt die Nachfrage nach Büromöbeln langsam wieder zu, aber allzu viele neue Büros werden derzeit nicht eingerichtet.

Die wirtschaftliche Erholung ist bei den deutschen Büro- und Objekteinrichtern noch kaum angekommen. Kumuliert liegt der Umsatz im Bereich der Büroeinrichtung bis Anfang Oktober 2010 noch bei minus drei Prozent, meldet der Bundesverband Bürowirtschaft (BBW) anlässlich der Messe Orgatec, die in der kommenden Woche stattfindet.

"Allerdings werden die Zahlen von Monat zu Monat besser und bis Jahresende könnte der Monatsumsatz das Niveau des Vorjahres erreichen", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Krise trifft Branche hart

Die Bürowirtschaft sei im Segment Büro- und Objekteinrichtung von der
Wirtschaftskrise 2009 besonders hart getroffen worden: Die Nachfrage ging demnach in der Ende 2008 einsetzenden Wirtschaftskrise um ein Viertel, teilweise noch stärker zurück. Eine Reihe von Unternehmen habe daraus die Konsequenz gezogen und hat dieses Geschäftsfeld aufgegeben oder ist sogar – meist ohne Insolvenz – ganz aus dem Markt ausgeschieden.

Den Markt der Büro- und Objekteinrichtung müsse man vor dem
Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und des
Büroimmobilienmarktes sehen: "Die Wirtschaftskrisen in den Jahren 2000
und nach 2002 kosteten die Branche mehr als ein Drittel des Umsatzes",
rechnet Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des BBW, vor.

Die Folge war demnach eine Konsolidierung auf Herstellerebene, aus der einige Hersteller gestärkt herausgekommen seien. Zudem habe es nationale und internationale Zusammenschlüsse und eine intensivere Marktbearbeitung direkt durch die Industrie gegeben.
 

Kaum neue Büros, die ausgestattet werden müssen

Die jetzige Krise betreffe zusätzlich den Immobilienmarkt: Einerseits seien in Deutschland erhebliche Überkapazitäten entstanden, in deren Folge es
jetzt wenige Baugenehmigungen gibt. Somit werde es im kommenden Jahr wenig neu auszustattende Büroflächen geben. Andererseits beobachtet der BBW einen Leerstand, der real höher ist als nominal.

Durch den Abbau von Arbeitsstunden und der Entlassung von Mitarbeitern hätten die bestehenden Büros zudem Platzreserven, die bei Neueinstellungen zunächst genutzt werden, bevor neue Räume geschaffen und ausgestattet werden.

Der Verband geht davon aus, dass es in Deutschland zur Zeit 750 Fachhändler gibt, die sich auf die Ausstattung von Büroeinrichtung spezialisiert haben.

wim

Hier sehen Sie in der kommenden Ausgabe von MittelstandTV.com ab Montag, den 25. Oktober 2010, einen Beitrag zur Orgatec.