Wenn an diesem Samstag die Messe Paperworld beginnt, kann sich die Branche rund um Papier, Bürobedarf und Schreibwaren über gute Umsätze im Jahr 2011 freuen. Allerdings fordert die Digitalisierung ihren Tribut.

Papier ist geduldig, die Geschäft damit sind lukrativ: Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz mit Papier, Bürobedarf und Schreibwaren knapp 14,3 Millionen Euro - ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber 2010, meldet das Marktforschungsunternehmen marketmedia24.

Pünktlich zur Messe Paperworld 2012, die an diesem Samstag in Frankfurt beginnt, sind die Branchenaussichten weiterhin gut: "Unsere Marktmodelle weisen für dieses Jahr mit plus 1,6 Prozent ein erneut gestiegenes Marktvolumen aus", sagt  marketmedia24-Inhaberin Sonja Koschel anlässlich der Vorstellung der Studie "Markt:Monitor Papier, Bürobedarf und Schreibwaren", die in Kooperation mit der BBE Handelsberatung München erstellt wurde.

Demnach legten im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl der Teilmarkt "Schreibgeräte"
mit einem Umsatzplus von 4,6 Prozent als auch das Segment "Papiere für Haushalt und Büro" mit einem Plus von 3,1 Prozent zu. Das Segment "Schreibgeräte" habe somit ein Marktvolumen von 940 Millionen Euro, während "Papiere für Haushalt und Büro" als größter Teilmarkt inzwischen gut 8,3 Milliarden Euro "schwer" sei. Beide werden 2012 weiter wachsen, so die Marktforscherin.

Immer weniger Grußkarten

Das Marktvolum des Segments "Briefpapier, Briefumschläge und Postkarten" schrumpfte unterdessen im Jahr 2011 um 1,9 Prozent auf 794 Millionen Euro. "Grußkarten, Kalender, Alben/Diarien" gaben sogar um über 3 Prozent nach. "Mit 858 Millionen Euro Marktvolumen scheint hier allerdings der Bodensatz erreicht", prognostiziert Koschel. In diesem Jahr werde das Minus nur 0,3 Prozent betragen.

Nach positiven Zahlen im abgelaufenen Jahr gebe sich der Handel allerdings eher "verhalten optimistisch", beschreibt BBE-Berater Rainer Bartle die Lage.
Der Markt bleibe auf Wachstumskurs: "Die Konsumenten lassen sich in ihrem Einkaufsverhalten wenig bis gar nicht von den politischen und finanzwirtschaftlichen Krisen beeindrucken und verhelfen dem Markt zu einer guten Entwicklung", erläutert Bartle.

Wo die Händler es verstünden Kompetenz, Vielfalt und Übersicht "anregend" auf die Fläche zu bringen, werde sich diese Verbrauchergunst sogar als stabile Größe erweisen, ist der Berater überzeugt.