Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat verschiedene Verfahren zur Abrechnung von kostenpflichtigen Online-Inhalten geprüft und will seinen Mitgliedern insgesamt vier Anbieter empfehlen. Nun prüft das Bundeskartellamt die Empfehlungen.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat im Rahmen des Projektes "Phoenix" verschiedene Verfahren zur Abrechnung von kostenpflichtigen Online-Inhalten geprüft und beabsichtigt nun, seinen Mitgliedern insgesamt vier Anbieter zu empfehlen. Die Abgabe der Empfehlung bedarf jedoch noch der endgültigen Abstimmung mit dem Bundeskartellamt. Hierzu werden seit Anfang Februar Gespräche mit dem Kartellamt geführt.

Nach den Plänen vieler Verlage sollen Internet-Inhalte wie im Print-Geschäft in Zukunft neben der Finanzierung über Werbung als weitere Erlösquelle die Finanzierung über kostenpflichtige Inhalte ermöglichen. Nach Ansicht des VDZ bleibt vielen Verlagen ansonsten nur die Reduzierung oder Einstellung ihrer Internetangebote übrig. Folge wäre eine drastische Einschränkung des jetzt umfangreichen Informationsangebotes im Netz. Das Nachsehen hätten User und Verlage gleichermaßen.

Die hohe Intransparenz bei den Bezahlverfahren und die vielen unterschiedlichen Anbieter auf dem Markt haben bisher die Durchsetzung eines oder mehrerer Bezahlverfahren als Standard verhindert, so der VDZ weiter. Ohne eine Empfehlung für einzelne Anbieter sei es künftig nicht zu erwarten, dass sich ein oder mehrere Verfahren als Standard durchsetze, denn selbst in den im Online-Geschäft weiterentwickelten USA gäbe es keine einheitliche Lösung. Solange entsprechende Standards fehlten, werde sich das Geschäft mit kostenpflichtigen Inhalten nicht entwickeln. Laut VDZ gilt gerade im Bereich der Micropayments, dass eine Branche einheitliche Bezahlverfahren benötigt, um einen sinnvollen Geschäftsverkehr mit den Kunden überhaupt aufbauen zu können.

Der VDZ erwartet, dass die Etablierung von Standards einen einfachen und sicheren Weg für die Bezahlung von Kleinstbeträgen für Inhalte auf den Websites der VDZ-Mitglieder ermöglichen wird. Online-User müssten sich nur einmal bei den empfohlenen Anbietern registrieren und könnten dann bei allen Verlagen, die sich der Empfehlung anschließen, bezahlpflichtige Inhalte beziehen. Dies erleichtere den Usern den Wechsel zwischen den einzelnen Anbietern, da sie nicht durch verschiedene Bezahlverfahren und mehrfache Registrierung abgeschreckt würden. Den Verlagen ermöglichten Standards einen Wettbewerb um die User, höhere Transparenz und Investitionssicherheit. Dies komme besonders kleineren Verlagen zugute. (ST)


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