Keine Umsatzsteuer bezahlt und Geld gewaschen: Eine bundesweite Razzia hat einen so genannten Umsatzsteuerkarussel-Ring unter iPhone-Händlern hochgenommen. Vier Personen wurden verhaftet.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat wegen des Verdachts der "bandenmäßigen Umsatzsteuerhinterziehung" und Geldwäsche eine bundesweite Razzia bei iPhone-Händlern durchgeführt. Gegen vier Verdächtige aus Frankfurt, Mörfelden-Walldorf und dem bayerischen Kaufbeuren wurden Haftbefehle erlassen.

Die Behörden beobachteten seit Mitte des vergangenen Jahres, dass sich die Fälle der Umsatzsteuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Handel von Mobiltelefonen, insbesondere dem iPhones 4, häuften.

"Umsatzsteuerkarussel"

Dabei wurde von den Beschuldigten monatlich Mobiltelefone im Wert von mehreren Millionen Euro aus dem Ausland erworben. Die Gesellschaften, die die Mobiltelefone gekauft haben, sollen dabei weder eine Umsatzsteuererklärung abgegeben noch die geschuldete Umsatzsteuer abgeführt haben, meldet die Generalstaatsanwaltschaft.

Über eine Kette zwischengeschalteter Gesellschaften sollen die Mobiltelefone dann weiterverkauft worden sein, wobei die letzte inländische Gesellschaft dieser Kette nach dem Weiterverkauf der Mobiltelefone ins Ausland vom deutschen Finanzamt die Umsatzsteuer erstattet bekam.

Der Schaden durch diese als "Umsatzsteuerkarussell" bezeichnete Vorgehensweise beträgt nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen mindestens 13 Millionen Euro. Durch "Sicherungsmaßnahmen zur Vermögensabschöpfung" wie Arreste und Pfändungen konnten bislang rund drei Millionen Euro gesichert werden.

23 Beschuldigte

Insgesamt wurden bei der Razzia am Montag im gesamten Bundesgebiet 147 Geschäftsräume verschiedener Unternehmen und Gesellschaften sowie Wohnungen durchsucht.

Der Vorwurf der bandenmäßigen Umsatzsteuerhinterziehung und Geldwäsche richtet sich gegen die Verantwortlichen von 13 Gesellschaften und Unternehmen. Derzeit gibt es 23 Beschuldigte.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wurde von dem Bundeskriminalamt, der Bundespolizei, mehrerer Steuerfahndungsstellen sowie von Polizeibeamten aus mehreren Bundesländern unterstützt. An dem deutschlandweiten Einsatz waren mehr als 300 Polizeibeamte und Steuerfahnder beteiligt