Vor dem Hintergrund des heutigen Treffens der für Telekommunikation zuständigen EU-Fachminister in Brüssel hat die deutschlandweite Initiative "Internet ohne Taktung" das Verhalten der Bundesregierung im Streit um mehr Wettbewerb im Ortsnetz scharf kritisiert.

Vor dem Hintergrund des heutigen Treffens der für Telekommunikation zuständigen EU-Fachminister in Brüssel hat die deutschlandweite Initiative "Internet ohne Taktung" (www.ungetaktet.de) das Verhalten der Bundesregierung im Streit um mehr Wettbewerb im Ortsnetz scharf kritisiert. "Mit der Schützenhilfe für die Deutsche Telekom verhindert die Bundesregierung die "New Economy" in Deutschland", so Philipp Sudholt, Sprecher der Initiative.

Eine Lockerung der Wettbewerbsregeln für die Telekommunikationsbranche steht im Vordergrund der heutigen Beratungen auf EU-Ebene. Die EU-Kommission möchte eine wettbewerbsfreundlichere Regelung vor allem für Datenanbieter erreichen und den Unternehmen deutlich mehr Spielraum gewähren. Bereits im nächsten Monat will die Kommission ihre Richtlinienvorschläge dazu vorlegen.

Wirtschaftsminister Werner Müller hatte sich beim letzten EU-Treffen der zuständigen Minister gegen eine weitergehende Liberalisierung der Zugangsbedingungen für Wettbewerber ausgesprochen.

Wenn Müller mit seiner Haltung Erfolg habe, werde das die Internet-Entwicklung in Deutschland noch weiter zurückwerfen, erklärt Sudholt. Schon jetzt leide die Internet-Nutzung in Deutschland unter den hohen Verbindungsgebühren, die durch das faktische Ortsnetzmonopol der Deutschen Telekom zustande kommen, erklärt Sudholt. Sollte diese Monopolstruktur auf die neuen Internet-Märkte übertragen werden, müssten sich die Verbraucher auch langfristig auf überhöhte Internet-Preise einstellen.

Die hohen, nach Minuten getakteten Telefonkosten sind nach Expertenmeinung ein wesentlicher Grund für die Rückständigkeit Deutschlands in Sachen Internet. Die zeitabhängige Abrechnung der Verbindungsgebühren führe europaweit dazu, dass das Internet vergleichsweise wenig genutzt werde. Dies führt zu Rückständen beim Internet-Know-How. Studien zufolge verbringen amerikanische User durchschnittlich dreimal mehr Zeit im Internet als deutsche User.


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