Die Wohnaccessoirekette Butlers verkauft seit heute einen Duschkopf, den Star-Entertainer Stefan Raab eigens für ein spezielles Frauenproblem entwickelt hat - und freut sich über das Medienecho.

"Die Werbeplätze bei `Schlag den Raab` kann ich mir nicht leisten", scherzte Stefan Raab bei der Präsentation des von ihm erfundenen Duschkopf "Doosh", der heute auf einer Pressekonferenz in Köln vorgestellt wurde. Um seine Erfindung zu promoten, braucht der Medienprofi freilich keine herkömmlichen Marketingmethoden, der Rummel kommt fast ganz von allein.

Fernseh- und Radiosender, Spiegel, Bild, WAZ und Regionalzeitung - alle rissen sich um ein Bild, eine Vorabinfo oder einen O-Ton des Entertainers. Vor vier Jahren sei bei einer Grillparty das Gespräch auf Duschen gekommen und die Frauen in der Runde hätten sich über das Problem der langen, nassen Haare beklagt, erzählt Raab. Daraufhin habe er zwei Jahre an einer Lösung getüftelt und schließlich einen Bumerang-förmigen Duschkopf entwickelt, mit dem man/frau trockenen Hauptes die Dusche verlassen könne.

Bei dem Versuch das Produkt an den Mann, respektive an die Frau zu bringen, sei er per Zufall auf das Butlers-Geschäft am Kölner Ring aufmerksam geworden und habe erfreut festgestellt, dass das Unternehmen in Köln ansässig ist. "Ich bin ein Freund der kurzen Wege und habe da gleich mal angerufen und mir den Chef geben lassen", erzählt Raab.

Foto: Hanno Bender
Foto: Hanno Bender
"Für uns ist der Duschkopf eine Neuheit, die ausgezeichnet in unser Lifestyle- und Wohnaccessoire-Sortiment passt", schildert Wilhelm Josten, Gründer und Geschäftsführer von Butlers seine Motivation für die Kooperation. Innerhalb von zwei weiteren Jahren habe man "Doosh" gemeinsam zur Serienreife gebracht. Hergestellt wird das Produkt in Ostdeutschland. "Die Zusammenarbeit mit Raab war absolut unkompliziert und hochprofessionell", lobt Josten.

Hochprofessionell präsentiert Raab seiner Erfindung auch der Presse: Ein Spruch über die "überall lauernden Chinesen" hier, eine Baumarkt-Anekdote aus der Entwicklungsarbeit da. "A Doosch", habe der Baumarktmitarbeiter im breitesten Kölner-Dialekt damals gesagt, daher stamme nun der Name "Doosh". Und auch den selbstgebastelten Prototyp, Marke Eigenbau, hat der TV-Mann für die Kameras mitgebracht. "Storytelling", nennen Marketingfachleute solche Begleitmusik und Raab beherrscht auch diese Klaviatur offenbar bestens.

Seit einigen Tagen sorgt zudem ein virales Video mit Lena Meyer-Landrut, die im Lara Croft-Style unter dem Duschkopf posiert, für Aufregung und Rätselraten im Internet. 780.000 mal wurde das Video bei YouTube bereits angeklickt, weiß Raab zu berichten und ja, den Song habe er selbst komponiert und der Sänger sei in der Tat Matz Mutzke, wie schon vielfach im Web spekuliert werde. "Eine Familienproduktion, sozusagen", so Raab.

Foto: Hanno Bender
Foto: Hanno Bender
Angesichts solcher Medienkompetenz braucht der Mann keine Werbeplätze in seinen ebenfalls selbst erfundenen TV-Formaten zu schalten. 29,90 Euro kostet der Duschkopf, der seit heute in den rund 160 Butlers-Läden, im Onlineshop und bei Amazon erhältich ist. "Wir wissen nicht, wie viele wir verkaufen werden, ein paar tausend pro Woche vielleicht", hofft Wilhelm Josten im Gespräch mit derhandel.de. "Es kann auch sein, dass wir in zwei Wochen ausverkauft sind, dann können wir schnell nachproduzieren". 60 Stück habe man am heutigen Montag zunächst mal in jeder Filiale vorrätig. 

Ab welcher Stückzahl der Verkauf von Doosh den Spaß macht, fragt eine Journalisten Josten, sein Lächeln verrät, dass der Medienrummel ihm bereits jetzt viel Freude bereitet.

Der Multichannel-Händler Butlers macht seit einigen Monaten mit einer ganzen Reihe von Innovationen auf sich aufmerksam, wie "Click&Collect"-Angebote und Showrooms für Möbelstücke, die ab Juli in Berlin und ab Oktober in Köln eröffnen werden. Dort sollen virtuelle Verkaufsgespräche zwischen Onlineshopper und dem Personal auf der Fläche stattfinden können. Auch mit der bankunabhängigen Ausgabe von Genussrechten über die eigene Homepage machte das Familienunternehmen Furore.