Der Geschäftsreisedienstleister AirPlus blickt zurück auf das Jahr 2009. Das Ergebnis: Die Bahn ist der Gewinner der Krise und die Business Class stirbt langsam aus.  

AirPlus, Anbieter von Lösungen für das Bezahlen und Auswerten von Geschäftsreisedaten, kam in der Krise mit einem blauen Auge davon: "Trotz des konjunkturellen Abschwungs und der damit verbundenen spürbaren Zurückhaltung von Unternehmen bei Geschäftsreisen blieb AirPlus profitabel und erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 17,2 Millionen Euro", sagte Klaus Busch, Geschäftsführer von AirPlus. Der Abrechnungsumsatz habe 2009 mit 17,1 Milliarden Euro konjunkturbedingt sechs Prozent unter dem Vorjahr gelegen.

Die deutschen Unternehmen waren demnach 2009 besonders sparsam: Das von AirPlus abgerechnete Geschäftsreisevolumen sank um 23 Prozent, während es international "nur" um sieben Prozent sank. "Der Rückgang der Geschäftsreise-Umsätze wurden dabei jeweils etwa zur Hälfte durch weniger Reisen und geringere Ticketpreise verursacht", erläuterte Busch auf einer Pressekonferenz in Neu-Isenburg bei Frankfurt.

Kürzung der Reisebudgets

"Auf den weltweiten Abschwung haben Unternehmen mit einer Kürzung ihrer Reisebudgets und einer Verschärfung ihrer Richtlinien für Geschäftsreisen reagiert. Geschäftsreisende sind deshalb 2009 wesentlich seltener unterwegs gewesen als im Vorjahr", kommentierte AirPlus-Geschäftsführer Patrick W. Diemer das Ergebnis.

Allerdings hätten die rund 1.000 Neukunden die rezessionsbedingte Reisezurückhaltung abgefedert. Dementsprechend zeigt sich AirPlus für das laufende Jahr 2010 vorsichtig optimistisch. "Unsere aktuellen Abrechnungsumsätze zeigen uns, dass es wieder aufwärts geht – im Ausland allerdings dynamischer als in Deutschland", so Diemer.

Bahn ist Gewinner der Krise

Der Gewinner der Krise ist auch unter den AirPlus-Kunden bei den Geschäftsreisen die Bahn: Das Volumen in Euro stieg im Jahr 2009 um vier Prozent und die Zahl der Tickets um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 sind es sogar 14 Prozent Plus beim Volumen und 16 Prozent bei der Zahl der Tickets: "Die Hochgeschwindigkeitszüge haben sich in Europa etabliert und stellen eine echte Alternative zum Flugzeug dar", nennt Diemer als einen Grund.

Die Mietwagenbuchungen von Geschäftsreisenden gingen im Vergleich zu 2008 unterdessen im Jahr 2009 um 13 Prozent beim Volumen und 14 Prozent bei der Zahl der Anmietungen zurück. Und auch die Hotelübernachtungen litten im vergangenen Jahr: Minus 13 Prozent beim Volumen und Minus neun Prozent bei der Zahl der Übernachtungen.

Bye bye Business Class

Was die Flüge angeht, stirbt die Businessklasse offenbar langsam aus: 92 Prozent der über AirPlus abgerechneten Geschäftsreiseticket rund um den Globus sind mittlerweile für die Eco-Klasse und nur noch sieben Prozent in der Business-Klasse. Zum vergleich: Im Jahr 2001 waren es noch 43 Prozent Business und 56 Prozent Economy.

Die deutschen Kunden von AirPlus drücken unterdessen auch noch den Preis für Flüge: Statistisch gesehen zahlten sie im Januar 2010 durchschnittlich 495 Euro für ein Flugticket – im Januar 2007 waren es noch 565 Euro.

Touch&Travel mit der Deutschen Bahn

Von April an können AirPlus-Geschäftsreise-Kunden exklusiv das elektronische Ticketsystem "Touch&Travel" bei der Deutschen Bahn testen. Bei der so genannten Near-Field-Communication-Technologie kann der Geschäftsreisende am Bahnsteig an einem so genannten Touchpoint per (derzeit noch spezielle ausgerüsteten) Handy zahlen, das er nur kurz an den Kontaktpunkt hält.

So, wie er eingecheckt hat, checkt er auch aus: Verlässt er den Zug, hält er das Handy wieder kurz an den Kontaktpunkt am Zielbahnsteig und die Reise wird elektronisch zu den jeweiligen Geschäftsreisekonditionen abgerechnet. "Wir freuen uns, dass die Bahn uns für dieses Pilotprojekt ausgesucht hat. Somit können wir unseren Kunden eine weitere Möglichkeit anbieten, bequem unterwegs zu sein und die Reiserichtlinien des eigenen Unternehmens einzuhalten, um Kosten zu senken", erläutert Diemer.

Über AirPlus

Lufthansa AirPlus ist ein internationaler Anbieter von Lösungen für das Management von Geschäftsreisen und gibt auch zum Beispiel die Kreditkarten von Lufthansa Miles&More aus. Eigenen Angaben zufolge betreut das Unternehmen gut 33.000 Firmenkunden bei der Bezahlung und Auswertung ihrer Geschäftsreisen. Der Anteil des internationalen Abrechnungsumsatzes im Geschäftsreise-Management stieg bei AirPlus 2009 auf 48 Prozent; 2008 lag er bei 41 Prozent.