Der Modehändler C&A testet an fünf Standorten die Funktechnologie RFID. Damit sollen die Prozesse längs der Lieferkette bis zum Verkaufsraum optimiert werden.

Auch bei C&A funkt’s: Das Modeunternehmen aus Düsseldorf hat die fünf Filialen Duisburg, Euskirchen, Hürth, Mönchengladbach und Siegburg für ein Pilot-Projekt zur Verbesserung der Lieferkette per Radiofrequenz-Identifikation (RFID) ausgewählt. Mit der Funktechnologie werden automatisch Gegenstände erkannt, ohne dass diese berührt oder Strichcodes abgelesen werden müssen.

"RFID soll das Angebot in unseren Filialen noch weiter verbessern", erläutert Thorsten Rolfes, Unternehmenssprecher von C&A, gegenüber derhandel.de. "Durch die Einführung der neuen Technologie möchten wir die Prozesse unserer Lieferkette bis hin zum Sortiment in der einzelnen Filiale weiter optimieren." Darüber hinaus werde die Funktechnologie auch zur Diebstahlsicherung eingesetzt.

Problemloses Entfernen nach dem Kauf

Die RFID-Etiketten werden demnach gut sichtbar an ausgesuchten Kleidungsstücken außen angebracht. "Sie sind so groß wie ein übliches Preis-Etikett und werden durch einen Plastik-String an der Ware befestigt", so Rolfes. "Somit können sie nach dem Kauf jederzeit problemlos durch den Kunden entfernt werden."
 
Die RFID-Etiketten dienen als so genannter Transponder. Wird dieser durch ein Lesegerät angesprochen, ermöglicht dies eine schnelle Identifikation von Waren – ohne, dass beispielsweise der entsprechende Karton geöffnet werden muss. Somit profitierten auch die Mitarbeiter von RFID, weil sie mehr Zeit für die Beratung haben.

"Aufwändige Arbeiten wie das Überprüfen der gelieferten Artikel nach Farbe und Größe in jedem einzelnen Paket wie auch die Inventur entfallen", erläutert der C&A-Pressesprecher.

Zudem verspricht sich der Modehändler, dass somit das Angebot in den Filialen weiter verbessert wird: "Dem Kunden stehen unsere Kollektionen auch wirklich in den nachgefragten Farben und Größen zur Verfügung", so Rolfes. Durch die "intelligente" Funktechnologie habe der Modehändler den tatsächlichen Bestand in der Filiale und im Lager immer parat.

Kundensorgen ernst nehmen

"C&A ist sicherlich nicht das erste Unternehmen, das sich im deutschen Einzelhandel mit RFID auseinandersetzt", gibt Rolfes unumwunden zu. "Dennoch haben wir großes Verständnis dafür, wenn Kunden Fragen zu dem Projekt haben." Deshalb versuchen die Modehändler, mit Plakate und Handzettel in den Filialen die Technologie zu erklären. "Zudem stehen Mitarbeiter von C&A vor Ort für Fragen gern zur Verfügung", so der Unternehmenssprecher.

Von den Funk-Etiketten gingen keinerlei gesundheitliche Gefährdung aus. Die Datenübertragung erfolge in elektromagnetischen Feldern, deren Grenzwerte durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt und als unbedenklich eingestuft wurden.

Keine Speicherung persönlicher Daten

Manche Konsumenten haben auch Angst, mit den intelligenten Etiketten unfreiwillig persönliche Daten preiszugeben. "Wir halten selbstverständlich alle Gesetze, Standards und Empfehlungen ein, die zu RFID auf deutscher und europäischer Ebene erlassen wurden", beschwichtigt Rolfes.

C&A erhebe im Zusammenhang mit dem RFID-Projekt keine personenbezogenen Daten: "Uns interessieren die Kundendaten nicht. Der Schutz vor missbräuchlicher Speicherung von RFID-Daten durch Dritte wird zudem dadurch gewährleistet, dass der Kunde die Etiketten nach dem Kauf einfach entfernen können."

Derzeit prüfe C&A verschiedene technische Lösungen, die eine Speicherung von Kundendaten im Zusammenhang mit der Technologie gänzlich ausschließen.

Mit dem Pilotprojekt will der Modehändler bis Ende des Jahres die verschiedenen technischen und organisatorischen Aspekte vor einer möglichen flächendeckenden Einführung prüfen. "Wir werden RFID erst dann in allen deutschen C&A-Filialen einführen, wenn wir die Ansprüche der Konsumenten an eine absolute RFID-Datensicherheit gewährleisten können", versprcht Rolfes.