Bernd Erlingheuser, seit dem 17. Juli 2000 Sprecher des Vorstandes der CPU Softwarehouse AG, spart nicht an harscher Kritik am Beitrag des ARD Wirtschaftsmagazins "Plusminus" vom 25. Juli 2000.

Bernd Erlingheuser, seit dem 17. Juli 2000 Sprecher des Vorstandes der CPU Softwarehouse AG, spart nicht an harscher Kritik am Beitrag des ARD Wirtschaftsmagazins "Plusminus" vom 25. Juli 2000.

"Da wird auf eine Einzelperson geschossen und billigend in Kauf genommen, dass ein ganzes Unternehmen, seine Kunden, seine Anleger und seine Mitarbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden." Unter der Headline: "Warum eine Software-Firma am Neuen Markt abstürzte" berichtete das Magazin vom rasanten Aufstieg und jähen Fall des CPU-Gründers Jochen Furch.

Soweit, so gut - meint CPU. Nur sei die heutige CPU längst auf erhebliche Distanz zu ihrem einstigen Gründer gegangen. Die CPU Softwarehouse AG habe nicht nur einen neuen Vorstandssprecher, die Unternehmensziele sowie das Produkt- und Dienstleistungs-Portfolio wären so gründlich revidiert worden, dass ein radikaler Neuanfang mit guten Perspektiven bereits gestartet werden konnte. "Das weiß auch Plusminus", hebt Erlingheuser hervor und wundert sich, warum diese Tatbestände mit keinem Wort in der Sendung erwähnt wurden. "Auch am Neuen Markt können Erfolg oder Misserfolg nicht monokausal erklärt werden", kommentiert der Banker Bernd Erlingheuser. Es gehe schließlich um Ideen, Visionen, Innovationen und Management-Qualitäten - alles Momente, die sich nicht in eine einseitige Betrachtung pressen lassen." Und weiter: "Die neue CPU Softwarehouse AG hat gute Zukunftschancen, weil sie aus einer Position der inneren Stärke heraus einen radikalen Neuanfang gewagt hat." Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen würden erste Erfolge zeigen. Vor allem aber sollen viele Stammkunden dem neuen Management ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Dieses Vertrauen müsse durch eine glaubwürdige und transparente Unternehmenskommunikation gerechtfertigt werden, wobei die Unternehmen mitunter auf eine faire Berichterstattung angewiesen seien. In diesem Zusammenhang kritisiert Joe Frei vom Börsenreport den offensichtlichen Drang einiger Medien zur ausgeprägten Negativberichterstattung: "Was an abgeschnittene Finger bei der Mafia oder an südamerikanische Todesschwadronen erinnert, hat im Juni 2000 Einzug bei den Dotcoms gehalten. Plötzlich ist von Friedhöfen und Todeslisten am Neuen Markt die Rede". Auf diese Weise könne man auch tot schreiben.

CPU wirft den Autoren wenig Sorgfalt bei ihren Berechnungen vor und die Berufung auf falsche Daten: So würden Ricardo, Artnet und Fortunecity über hohe Barreserven verfügen, die die Analysten bei ihren Berechnungen ignoriert hätten. Netlife würde fragen, wieso 20 Millionen im "Schatzkästchen" und Schuldenfreiheit plötzlich ein Insolvenzkriterium seien?

In diese Richtung geht auch die Kritik der Analysten Stefan Schießer und Thorsten Reigber von der GZ-Bank. Nach eingehender Überprüfung stellen sie die Aussagefähigkeit derartiger Listen massiv in Frage: "Der Aussagegehalt der Burn-Rate wird nicht richtig dargestellt und überschätzt." Die Kennzahl gebe immer nur eine Momentaufnahme wieder und orientiere sich ausschließlich an historischen Daten. Insgesamt zeichnen sich die "Todeslisten" nach Meinung der beiden Analysten durch mangelnde Sorgfalt bei den Berechnungen sowie durch methodische Mängel aus.

Eine unzureichende Umsicht mit fatalen Folge, meint CPU: Aus den notwendigen und ganz natürlichen fundamentalen Stabilisierungstendenzen am Neuen Markt würde eine echte, ausgewachsene Krise. Nicht nur die Unternehmen, sondern auch viele private Anleger müssten die Zeche hierfür zahlen - ganz zu schweigen von den Kunden und den Mitarbeitern. Hier habe man und werde weiterhin leider immer noch leichtfertig viel Kapital zerschlagen.

Kurios empfindet CPU, dass die gleichen "Börsen-Gurus", die alle Warnungen seriöser Marktbeobachter in den Wind geschlagen und so manches Unternehmen am Neuen Markt in eine viel zu steile Umlaufbahn geschossen hätten, nun wieder genau wüssten, warum es am selbstdefinierten Zenit nunmehr keinen Platz für die einst hochgelobten Kandidaten gebe. (RS)

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