Nach seinem Ausscheiden aus dem Karstadt-Aufsichtsrat tritt Rewe-Chef Alain Caparros nach - und kritisiert laut einem Medienbericht den Eigentümer des Warenhauskonzerns scharf.

Caparros wettert einem "Spiegel"-Bericht zufolge gegen den Karstadt-Investor Nicolas Berggruen. In einem streng vertraulichen Positionspapier, aus dem das Magazin zitiert, attackiert der bisherige Chef des Kontrollgremiums die von Berggruen von Anfang an geplante Aufspaltung der Filialen in die Bereiche Sporthäuser, Premium-Geschäfte und den großen Rest.

Dies berge "ein Schwächungspotenzial für das Kerngeschäft, das ich als Aufsichtsrat der Gesellschaft nicht verantworten will".

Bis heute habe man ihm „keine operative oder strategische Begründung" für den Schritt geliefert, zitiert "Der Spiegel" Caparros. Die Spaltaktion bedeute nur zusätzlichen Aufwand, obwohl „das Unternehmen weit davon entfernt ist, saniert zu sein".

Berggruen: Kein Kommentar

In der vergangenen Woche hatte Caparros sein erst im Oktober übernommenes Karstadt-Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Ein Vertrauter Berggruens rückte nach.

Der deutsch-amerikanische Investor wollte sich im "Spiegel" zu den Vorwürfen nicht äußern. Er hatte Karstadt durch seinen Einstieg vor der Pleite bewahrt.