Mit dem neuen C 4 drängt der französische Anbieter Citroen auch in der Kompaktklasse verstärkt ins Flottengeschäft.

Der Parfüm-Duftspender fehlt. Das extravagante Lenkrad mit der feststehenden Nabe ist wieder verschwunden, ebenso der digitale Tacho. Und auch das futuristisch gezeichnete, zweitürige Coupé wurde (zumindest vorübergehend) gestrichen. Citroen besinnt sich mit der Neufassung des C 4, der dem Handel ab 13. November zur Verfügung steht, auf die Kernelemente der Kompaktklasse.

"Flottenbetreiber wollen nicht auffallen"

"Das waren alles originelle Features, aber wir haben festgestellt, dass die private Kundschaft in diesem Segment eher konservativ einkauft und auch die Flottenbetreiber wollen mit ihrem Fuhrpark nicht in erster Linie auffallen", erklärt der nach 13 Jahren aus dem Amt scheidende Unternehmenssprecher Thomas Albrecht die neue Pariser Strategie. "Allroundqualitäten" und "Mainstream" seien daher gefragt: "Der neue C 4 ist das Durchschnittsauto schlechthin", meint Albrecht.

Was zunächst nicht unbedingt nach Lob klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung aber durchaus als Vorteil: Das an den größeren Bruder C 5 angelehnte Design ist gefällig und polarisiert weniger. Vier Türen sind Standard. Vor allem die drei Diesel-Motorvarianten mit 68 kW/92 PS (ab 18.700 Euro), 82 kW/112 PS (19.600 Euro) und 110 kW/150 PS (23.150 Euro) hinterließen bei der ersten Ausfahrt von Der Handel einen prima Eindruck.

408 Liter Kofferraum-Volumen sind Klassenbestwert

Die Ausstattung ist reichhaltig, die Assistenzsysteme sind auf dem neusten Stand und der Kofferraum mit 408 Liter Volumen markiert jetzt den Klassenbestwert. So könnte mancher Händler, der schon im Nutzfahrzeugbereich mit dem Doppelwinkel gut fährt, nun die Franzosen auch bei den mobilen Arbeitsgeräten für den Außendienst auf die Shoppingliste nehmen.

Bislang werden lediglich zwölf Prozent der Citroen-Pkw-Verkäufe als relevante Flottenfahrzeuge zugelassen. Neben dem C 5 ist bei der gewerblichen Kundschaft hauptsächlich der Kastenwagen Berlingo und neuerdings auch der Kleinwagen C 3 gefragt.

"Der C 4 war im bedeutenden Kompaktsegment bisher eher unterrepräsentiert. Jetzt haben wir die Chance, das zu ändern", hofft Stephan Lützenkirchen, Abteilungsleiter Firmen- und Nutzfahrzeuge und fortan Nachfolger von Thomas Albrecht als Kommunikationsdirektor für Deutschland.

Weniger Rabatte, realistischere Preise

Die zu Jahresbeginn mit der Einführung des C 3 geänderte Preisstrategie soll dem Flottengeschäft der Franzosen zudem weiteren Auftrieb geben. Die Rabattaktionen wurden zurückgefahren, dafür die Listenpreise auf ein realistisches Maß gesenkt. Das sorgt für stabilere Restwerte.

"Hier liegt der neue C 4 um acht bis zehn Prozent besser als das Vorgängermodell", erklärt Lützenkirchen. Mit speziellen "Business-Paketen", die für Flotten relevante Ausstattungsdetails zu Vorzugskonditionen zusammenfassen, und einer Leasingrate "unter 200 Euro" unterstreicht der Hersteller seine Ambitionen.

DS 4 folgt Anfang 2011

Ganz vom avantgardistischen Markenkern will Citroen dann aber doch nicht lassen. Nach dem schicken DS 3, der laut Albrecht mit weltweit 40.000 Zulassungen die Erwartungen in den ersten Verkaufsmonaten bereits deutlich übertroffen habe, wird dem C 4 Anfang 2011 planmäßig auch ein peppiger DS 4 zur Seite gestellt.

Bernd Nusser