Finanzvorstand Olaf Koch übernimmt zum Jahreswechsel das Ruder bei Metro, Franz Markus Haniel besetzt die Spitze des Aufsichtsrates. Die neuen Metro-Führungskräfte im Porträt.

Ob Kaufhof-Verkauf oder Sparprogramm - die Meinung von Finanzvorstand Olaf Koch ist schon jetzt bei Metro gefragt. Mit dem Aufstieg zum Vorstandschef wird der eher zurückhaltende 41-jährige Manager aus dem Schatten seines Förderers Eckhard Cordes heraustreten und selbst im Rampenlicht stehen.

Als er 2009 von Cordes zur Metro geholt wurde, trieb Koch konsequent das Sparprogramm "Shape" voran. Im Herbst vergangenen Jahres bekam er zudem die Verantwortung für die zum Verkauf stehende Warenhaustochter Kaufhof übertragen. Koch steht bei Kaufhof bislang an der Spitze des Aufsichtsrates.

Bei Präsentationen traten Cordes und Koch als Gespann auf. Im Zentrum der Vorstandschef, der die Leitlinien vorgab, daneben der Finanzexperte, der das Ganze mit Details untermauerte. Als "Herr der Zahlen" bei Metro genießt der Diplom-Betriebswirt in der Finanzgemeinde einen guten Ruf.

Zahlenexperte Koch erobert die Metro-Spitze

Koch und Cordes kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Stuttgarter Autobauer Daimler. Als Cordes im Jahr 2005 im Rennen um den Daimler-Vorstandsvorsitz den Kürzeren zog und den Konzern verließ, blieb Koch zwei weitere Jahre an Bord.

2007 wechselte Koch zum Finanzinvestor Permira, bei dem er unter anderem den Modekonzern Hugo Boss betreute. Zwei Jahre später folgte er Cordes' Ruf zur Metro.

Die Nähe zu Cordes wurde Koch beinahe zum Verhängnis. Als der Vorstandschef im Sommer diesen Jahres immer stärker unter Beschuss geriet und nach wochenlangen Querelen um eine weitere Amtszeit im September schließlich entnervt das Handtuch warf, unkten einige, auch Kochs Schicksal bei Metro sei besiegelt.

Der gebürtige Hesse und Vater von drei Kindern hat aber gewichtige Fürsprecher bei den Großaktionären - das Ergebnis ist seine Kür zum Vorstandschef.

Franz Markus Haniel: Oberhaupt einer Industriellenfamilie

Franz Markus Haniel ist Chef des gleichnamigen Duisburger Mischkonzerns und jetzt auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der wichtigsten Haniel-Beteiligung: des Handelsriesen Metro. Rund 1.100 Mitglieder von jung bis alt zählt die Haniel-Familie, davon sind 650 Anteilseigner der Haniel-Gruppe.

Im Umgang mit der Führungskrise bei Metro in den vergangenen Monaten bewies der gebürtige Oberhausener und diplomierte Ingenieur nicht immer ein glückliches Händchen.

Lange Zeit fehlte ein klares Wort aus Duisburg, als die Führungsdebatte im Metro-Konzern in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurde und wochenlang über einen möglichen Rauswurf von Konzernchef Eckhard Cordes spekuliert wurde.

Damals gab auch Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Kluge sein Amt auf, kurz darauf auch den Vorstandsvorsitz der Haniel & Cie GmbH.

Deshalb bemühte sich Franz Markus Haniel umso mehr, die Wogen zu glätten und die Lücken in den Führungsriegen zu schließen. Als Metro-Aufsichtsratschef übernimmt er jetzt selbst Verantwortung.

Das Amt hatte Haniel schon einmal von 2007 bis 2010 inne. Doch Branchenkenner gehen davon aus, dass er den Posten wieder abgeben wird, wenn bei Haniel ein Nachfolger für Kluge gefunden wird. Franz Markus Haniel zählt zu den reichsten Deutschen und lebt mit seiner Familie in München.