Die Spielwaren-Kooperation idee+spiel blickt auf ein Rekordjahr zurück. Überraschend: Der größte Umsatzzuwachs wurde mit klassischen Spielzeugen erzielt.

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war das erfolgreichste in der 32-jährigen Unternehmensgeschichte", betonte idee+spiel-Geschäftsführer Jochen Martens. Mit einem Verkaufsumsatz von rund 485 Millionen Euro habe man einen Marktanteil von 19 Prozent, im Fachhandel von 38 Prozent erreicht.

2009 ist der Gesamtmarkt mit Spielwaren, Modellbausätzen und Videospielen leicht rückläufig gewesen, sagte Martens. Mit 6,2 Prozent hätten die angeschlossenen Verbundsmitglieder den größten Zuwachs bei klassischem Spielzeug erzielt.

Neuheiten sollen Umsatz beleben

Auch Modelleisenbahnen seien trotz der Insolvenz etwa von Märklin häufiger über die Tresen der Fachhändler gegangen (plus 2,3 Prozent). 

Ein Problem für die Branche ist der enorme Preisverfall bei Videospielen, sowohl bei Konsolen wie auch bei Softwar. Zwar hätten die Händler von idee+spiel im vorigen Jahr 5 Prozent mehr dieser Spiele verkauft als 2008, "aber der Umsatz ist um über 12 Prozent zurückgegangen", betont Geschäftsführer Otto Umbach am Mittwoch in Nürnberg bei der Präsentation von Neuheiten seiner Verbundgruppe.

In einer Woche beginnt ebenfalls in Nürnberg die Spielwarenmesse. 2.689 Aussteller werden dort rund 1 Million verschiedene Artikel präsentieren, dabei sind auch etwa 50.000 Neuheiten.

Für 2010 rechnet idee+spiel angesichts der Wirtschaftskrise mit einem schwierigen Jahr, will sich aber zweimal so gut wie der Branchendurchschnitt entwickeln. Mit neuen, qualitativ hochwertigen Sport- und Outdoorspielwaren will der Einkaufsverbund große und kleine Spielzeug-Fans in seine Läden locken.

Warenhauskrise stärkt Fachhandel

"Fast jeden Monat kommen jetzt neue Skateboards raus", sagte Umbach. Auch das Jo-Jo sei zurück - diesmal allerdings als Sportgerät.

Laut Umbach gehörte der mittelständische Fachhandel 2009 eindeutig zu den Gewinnern im Spielzeugmarkt - nicht zuletzt wegen der Schwierigkeiten von traditionellen Wettbewerbern wie Hertie oder Woolworth.

Steffen Gerth mit Material von dpa