Die Kölner Computerspiele-Messe Gamescom hat gezeigt: Die neue Daddler-Devise heißt "runter von der Couch und bewegen". Im Trend ist auch die dritte Dimension.

In diesem Jahr zeigten 505 Unternehmen aus 33 Ländern in den Kölner Messehallen bis Sonntag ihre Neuheiten. Mit 230 Unternehmen aus dem Ausland (plus 15 Prozent) konnte die Computerspielmesse ihre internationale Reichweite  steigern. Der Auslandsanteil liegt bei 45,7 Prozent.

Die Gamescom verkauft esich auch diesmal als Messe der Premieren. "Im Bereich der Spielesoftware werden wir hier mehr als 200 Deutschland-, Europa- und auch Weltpremieren erleben", sagte Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) zum Start der Schau.

Bei der Hardware würden mit den neuen Bewegungssteuerungen von Sony und Microsoft zwei "echte Innovationen" gezeigt, die das Spielerlebnis im Bereich der Casual Games erweitern sollen.

Sehen Sie hier die Sendung MittelstandTV mit einem Bericht über die Gamescom.

Zahl der Spieler steigt, Umsatz geht erstmals zurück

Die Messe stand unter einem dreidimensionalen Stern: "Neben den 3-D-Hardwareneuheiten können Messebesucher die ersten 3-D-Games spielen und gehören damit zu den Ersten überhaupt, die das 3-D-Spieleerlebnis hautnah erleben werden", sagte Wolters.

Zudem würden für viele Spiele neue Onlinefunktionalitäten gezeigt. So steht in Halle 9 erstmals ein eigener Messebereich für Online- und Browser-Spiele zur Verfügung. 

Nach einer BIU-Befragung im Februar 2010 liegt die Zahl der deutschen Online- und Browser-Spieler derzeit bei mehr als 12 Millionen - Tendenz steigend.

Trotzdem musste die Branche im vergangenen Jahr zum ersten Mal nach sieben Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen: Die Verbraucher gaben für Software und Online-Games 1,8 Milliarden Euro aus - 2,4 Prozent weniger als 2008, hatte die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) Anfang August gemeldet. 

Erstmalig im Rahmen der europäischen Branchenleitmesse präsentiert die Gamescom mit Kanada ein offizielles Partnerland, das mit einer eigenen Lounge vertreten ist. Die Teilnehmer aus Nordamerika - darunter die Entertainment Software Association of Canada (ESAC), zahlreiche kanadische Unternehmen und sechs Provinzen des Landes - stellen den Besuchern ihre Videospiele vor.   

Gütesiegel für "pädagogisch wertvolle" Spiele

Künftig soll auch ein neues Gütesiegel Eltern beim Kauf von Computerspielen Orientierungshilfe bieten. Das Siegel "pädagogisch wertvoll" kennzeichnet Spiele, die für Kinder über den reinen Spielspaß hinaus einen Mehrwert bieten, teilten der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels und der Verein Computer Projekt Köln mit.

Eine unabhängige Jury von Medienpädagogen habe demnach in einem ersten Schritt aus 80 eingereichten Spielen 14 ausgewählt, die das Prädikat erhielten. In den kommenden Monaten soll die Liste kontinuierlich erweitert werden.

Die Gamescom fand früher in Leizig statt. Seit dem vergangenen Jahr ist Köln der neue Standort für die Messe.